Am Sonntagabend (18 Uhr, live bei Dyn/Anzeige) steigt Spiel 1 im Finale um die Deutsche Meisterschaft zwischen Titelverteidiger FC Bayern München und dem Meister von 2023, Ratiopharm Ulm im SAP Garden in München.
Doch schon jetzt knallt es!
Model-Show von Basketball-Star: Dieser Diva-Auftritt geht nach hinten los!
Die deutsche Basketball-Liga hat einen Antrag der Ulmer auf Verlegung der möglichen Spiele 4 und 5 in der Finalserie abgelehnt. Hintergrund: Die BBL hat die Spielansetzung wohl ohne Blick auf den NBA-Draft gemacht (25. und 26. Juni in New York).
Ulm hat sich in der NBA über die Jahre einen Namen als Talent-Schmiede gemacht. 2024 wurden mit Juan Nunez (Indiana Pacers) und Pacome Dadiet (New York Knicks) gleich zwei Spieler gezogen, Dadiet sogar in der ersten Runde.
Ratiopharm Ulm geht auf FC Bayern Basketball und BBL los
Wie schon in der Meistersaison 2023 hat Ulm auch jetzt gleich zwei Spieler im Kader, die es in die beste Liga der Welt schaffen können: Noa Essengue (18) und Ben Saraf (19) haben die besten Chancen, noch früher gepickt zu werden als Dadiet und Nunez. Essengue wird als zweitjüngster Kandidat sogar als Top-10-Pick gehandelt, auch Saraf werden gute Chancen bei der Gala-Veranstaltung in New York eingeräumt.
Die Termin-Kollision bedeutet aber auch: Fliegen die zwei Mega-Talente zum Draft, steht Ulm in den möglicherweise entscheidenden BBL-Partien ohne die Top-Spieler da.
Die Ulmer machen ihrem Ärger in einer Mitteilung Luft: „Die easyCredit BBL hat den Antrag von Ratiopharm Ulm auf eine verträgliche Anpassung des Final-Spielplans rund um den NBA Draft endgültig abgelehnt. Die Führungen der Bundesliga und des FC Bayern Basketball bringen weder Verständnis für die besondere Situation der beiden jungen Ulmer Top-Talente noch für die tiefgreifenden, sportlichen Konsequenzen für die entscheidenden Spiele 4 und 5 der Finalserie um die Deutsche Meisterschaft auf.“
Weiter heißt es: „Die – am Ende – lapidar formale Begründung: die Teilnahme am NBA-Draft sei kein ‚wichtiger Grund‘. Damit wurden wochenlange, bereits deutlich vor Beginn der Playoffs begonnene Gespräche und unsere intensiven Bemühungen, eine verträgliche Lösung zu finden, im Handstreich abgewiesen.“
Für Ulm steht fest: „Würden Essengue und Saraf nach New York fliegen, fehlten sie bei beiden Spielen. Würden sie sich dafür entscheiden hier beim Team zu bleiben, wären sie bei einem entscheidenden Spiel 5 mindestens ohne ausreichend Schlaf und angemessene Vorbereitung. Nicht nur eine signifikante Schwächung des Ulmer Teams, dazu eine sportliche Entwertung des dann finalen Spiels um die Deutsche Meisterschaft.“
Der Meister von 2023 reitet anschließend eine Voll-Attacke gegen den amtierenden Champion: „Im nun vorliegenden Fall will man plötzlich ‚nicht zuständig‘ sein und überlässt die Entscheidung den beiden Klubs – Klubs, die sich um den wichtigsten Titel im deutschen Basketball duellieren. Ein Kräftemessen, das im Zweifel durch Nuancen entschieden wird. Nicht gänzlich überraschend verweigert sich nun der FC Bayern Basketball einer einvernehmlichen Lösung. Sogar unser letzter Vorschlag, als kleinstmögliches Entgegenkommen doch bitte wenigstens Spiel 4 von Dienstag auf Montag vorzuziehen, wurde von den Bayern letztlich blockiert. Zunächst hatte der FC Bayern Basketball einer Vorverlegung zugestimmt, allerdings unter der Bedingung, Spiel 5 müsse dann auch einen Tag früher stattfinden. Als wir dem zugestimmt hatten, wurde das unvermittelt abgelehnt, weil der SAP Garden an dem neuen Termin gar nicht zur Verfügung stehe.“
Neben den Bayern bekommt auch der BBL-Boss eine Breitseite: „Die Entscheidung von BBL-Geschäftsführer Dr. Stefan Holz, unseren Antrag abzuweisen, spricht aus unserer Sicht weder für Fingerspitzengefühl noch für Verständnis der Dimension des Moments. Uns sind im Übrigen die Hände gebunden: gegen die Entscheidung der Liga kann kein Einspruch eingelegt oder juristisch vorgegangen werden. Was genauso fest steht: Unser Sport hat nicht nur die Chance verpasst, gleiche Voraussetzungen für die Finals zu schaffen, sondern die easyCredit BBL sendet auch ein fragwürdiges Signal – und eben nicht nur an alle, die sich im Basketball zwischen College, Ausland oder Bundesliga entscheiden müssen: Eure Träume sind uns herzlich egal.“
Fest steht: Dieser Zoff steht – wie die Final-Serie – gerade erst am Anfang.


