Brasilien ist bei der Weltmeisterschaft in Mexiko, Kanada und den USA auf der Suche nach einem historischen sechsten Titel. Nachdem zuletzt zweimal im Viertelfinale Schluss war, soll es dieses Jahr weitergehen. Dafür hat die „Seleção“ ihr Vertrauen in Carlo Ancelotti (67) gelegt und damit zum ersten Mal einen ausländischen Nationaltrainer – doch ist der Italiener die richtige Wahl?
ZDF-Expertin Friederike „Fritzy“ Kromp (41) bezweifelt seine Erfolgschancen. „Die Quali war natürlich eine Katastrophe, war zum Vergessen, und jetzt ist Ancelotti ein bisschen der Retter, der alles nochmal in eine andere Richtung nehmen soll, aber das wird, glaube ich, schon schwer. Ich glaube, dass es eher ein großer Scheinriese ist und die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass es eine große Enttäuschung geben wird“, erklärt die Werder-Trainerin vor dem WM-Auftaktspiel Brasiliens gegen Marokko.
Christoph Kramer (35/3.v.l.) und Friederike „Fritzy“ Kromp (41/2.v.r.) sind bei der WM für das ZDF als Experten aktiv
Weltmeister Kramer über Brasilien: „Dann wird es nicht funktionieren“
Auch Christoph Kramer (35) ist sich nicht sicher, wie gut der Trainer zur Mannschaft passt: „Ancelotti ist wahrscheinlich der Beste, wenn es darum geht, Menschen zu führen, ihnen Freiräume zu lassen. Das klappt aber nur mit diesen absoluten Top-Stars.“ Zwar gibt Kramer zu: „Natürlich hat Brasilien auch den einen oder anderen Top-Stars wie Neymar, wie Vini Jr., denen wird Ancelotti sehr guttun.“ Für den Weltmeister von 2014 gibt es allerdings ein großes Aber: „Er muss mit dieser Mannschaft auch kreieren, und ich weiß nicht, ob er dafür der Richtige ist. Also wenn du dieser Mannschaft nur Freiheiten lässt und sagst, ‚macht mal‘, dann wird es nicht funktionieren.“
Mats Hummels (37) schätzt für MagentaTV den WM-Verlauf ein
Bei MagentaTV geht auch Ex-DFB-Star Mats Hummels (37) auf die brasilianische Konstellation ein. Auch er sieht Ancelotti als passend für Real-Star Vini Jr. (25), da er ihn „gut führen“ könne. Bei Vini ist im Nationaltrikot durchaus noch Luft nach oben, wie auch Hummels betont. Neun Tore in 49 Länderspielen seien „zu wenig, da muss man nicht drum herumreden“. Bekommt Ancelotti aus Brasiliens Talisman mehr Leistung herausgekitzelt, kann auch für Brasilien bei dieser WM einiges drin sein.

