Nach 212 Bundesliga-Spielen für den FC Bayern und Borussia Mönchengladbach beendete Patrik Andersson (54) 2005 seine Karriere. Heute ist der ehemalige Bayern-Star beruflich vielseitiger aufgestellt, als viele vermuten würden, wie er im Interview mit SPORT BILD erzählt.
SPORT BILD: Herr Andersson, Sie waren zuletzt sieben Jahre im Vorstand des Verbands für Frauenfußball in Schweden. Wer ist ihre Lieblingsspielerin?
Patrik Andersson:[–> Ich bin Fan von eurer Nationalspielerin Jule Brand. Sie hat mich bei der EM im Sommer sehr beeindruckt.
69 Spiele machte der Verteidiger in seiner Karriere für den FC Bayern. Er absolvierte vergangenes Jahr ein Ski-Rennen über 90 Kilometer. Und: Er kümmert sich um die Vermarktung der Ski Classics, einer Wettkampfserie, die Skimarathons in klassischer Lauftechnik umfasst
Was schätzen Sie an ihr?
Ihre hohe Laufbereitschaft. Sie spult ein Wahnsinns-Pensum ab. Außerdem schätze ich ihre Fähigkeiten als Führungsspielerin. Man sieht in jeder Szene, wie sie die Kolleginnen immer wieder pusht, mit super Einsatz vorangeht. Typisch deutsche Eigenschaften eben.

Jule Brand (23)
Warum haben Sie als Funktionär im Frauenfußball aufgehört?
Es wurde einfach alles zu viel. Ich bin hauptberuflich bei einer Investment-Bank tätig. Seit 25 Jahren bereits.

Patrik Andersson (Mitte) 2000 im Bayern-Trikot
Haben Sie während Ihrer Karriere als Fußball-Profi eine Banklehre gemacht oder studiert?
Nein, ich habe mir all mein Fachwissen mit der Zeit angeeignet. Learning by doing! Aber das ist längst nicht alles, ich bin ja auch im Ski-Zirkus aktiv.
Bayern-Legende Andersson organisiert jetzt Ski-Rennen
Was machen Sie da genau?
Ich kümmere mich für eine Sportmarketing-Firma um die Ski Classics (internationale Rennserie; d. Red.).
Stehen Sie auch selbst auf den Brettern?
Natürlich! Seit 2019 habe ich schon mehrere Rennen bestritten, auf der Profi-Tour sind einige auch offen für Amateure. Vergangenes Jahr habe ich drei Rennen absolviert, das längste war in Schweden über 90 Kilometer.
Dafür müssen Sie ja ziemlich fit sein.
Stimmt. Da nicht immer genug Schnee liegt, um draußen trainieren zu können, habe ich eine Ski-Maschine zu Hause. Jeden Morgen stehe ich da drauf. Mit Langlauf, Tennis und Padel-Tennis halte ich mich fit.
Als Weltklasse-Verteidiger wurden Sie 2001 mit dem FC Bayern Champions-League-Sieger. Was kann der FC Bayern in diesem Jahr erreichen?
Vincent Kompany wird am Champions-League-Sieg gemessen, das wird immer das große Ziel sein. Paris ist ein gutes Beispiel für Bayern. Trotz gigantischer Transfer-Ausgaben haben sie jahrelang international nichts gewonnen. Mit einheimischen Top-Stars wie Ousmane Dembélé und einigen Talenten spielen sie schnellen, tollen Fußball, schießen viele Tore. Und haben so im Sommer auch die Königsklasse gewonnen. Bayern ist auf einem ähnlichen Weg.

