Die Vorbereitung auf die Tour de France (ab 4. Juli) läuft bei Florian Lipowitz (25) nach Plan. „Ich bin super happy mit dem Frühjahr“, sagt der Tour-Dritte des vergangenen Jahres. „Ich habe mich im Vergleich zum Vorjahr als Fahrer weiterentwickelt. Meine Watt-Werte sind einen Tick besser geworden. Bei der Tour de Romandie waren sie schon so wie bei Tour de France im vergangenen Jahr. Deshalb hoffe ich, dass ich noch das ein oder andere Watt bis zur Tour drauflegen kann.“
Bislang startete Lipowitz bei drei kleineren Rundfahrten und landete stets auf dem
Podium: Platz drei bei der Katalonien-Rundfahrt im März (hinter Jonas Vingegaard und Lenny Martinez), Platz zwei bei der Baskenland-Rundfahrt im April (hinter Paul Seixas) und Platz zwei bei der Tour de Romandie Ende April/Anfang Mai (hinter Tadej Pogacar).
Zuletzt war Lipowitz drei Wochen im Höhentraining in der Sierra Nevada (Spanien).
An diesem Mittwoch (17. Juni) startet er bei der fünftägigen Slowenien-Rundfahrt, seinem letzten Rennen vor der Tour. Im vergangenen Jahr war die Dauphiné-Rundfahrt in Frankreich seine Tour-Generalprobe, doch Lipowitz und sein Red-Bull-Bora-hansgrohe-Team planten um: „Die Slowenien-Rundfahrt ist kleiner und ruhiger. Ich hoffe, dass ich dadurch ein bisschen frischer, körperlich wie auch mental, zur Tour komme“, sagt Lipowitz.
Florian Lipowitz mit seiner Freundin Antonia Weeger
Nach der Slowenien-Rundfahrt legt er ein weiteres Höhentraining ein. Mit seiner Freundin Antonia Weeger (21), einer professionellen Mountainbikerin, ist er eine Woche im 2000 Meter hoch gelegenen Wintersportort Kühtai in den Stubaier Alpen (Österreich). „Dort kann ich mich gut auf die Tour vorbereiten“, sagt Lipowitz.
Seine Leistungsdaten im Training sind zwar besser als im vergangenen Jahr, allerdings ist auch die Konkurrenz größer geworden: Das französische Supertalent Paul Seixas (19) gibt sein Tour-Debüt. „Das Tour-Podium ist in diesem Jahr superhart umkämpft“, sagt Lipowitz. „Pogacar und Vingegaard fahren überragend, und von unten kommt viel nach: Seixas, aber auch Juan Ayuso, Mattias Skjelmose, Oscar Onley und Kévin Vauquelin.“
Bei sich selbst sieht Lipowitz, ein ehemaliger Biathlet, noch Luft nach oben. „Es ist erst mein siebtes Jahr im Radsport“, sagt er. „Momentan ist es schwierig, zu Pogacar und Vingegaard aufzuschließen. Aber ich denke, dass ich noch nicht an meinem Leistungsmaximum bin und mich durch die Trainingsjahre weiterentwickele. Ich hoffe, die Lücke zu Jonas und Tadej über die nächsten Jahre schließen zu können.“
Neu an seiner Seite im Team Red-Bull-Bora-hansgrohe ist der belgische Doppel-Olympiasieger und Zeitfahr-Weltmeister Remco Evenepoel (26). Mit ihm soll Lipowitz bei der Tour eine Doppelspitze bilden. „In Katalonien hat man gesehen, dass wir gut zusammen funktionieren“, sagt Lipowitz. „Wenn wir die Tour als Team angehen, können wir beide davon profitieren. Ich habe kein Problem damit, die eine oder andere Etappe für Remco zu fahren. Vor allem der Start in Barcelona könnte ihm liegen. Die letzte Woche mit den langen Anstiegen in den Alpen sagt mir eher zu. Man muss schauen, wie die Situation dann insgesamt ist. Wichtig ist, dass wir uns gegenseitig unterstützen.“

