Nach nur drei Siegen aus den vergangenen zehn Bundesligaspielen liegt der Klub nur noch auf Rang 6 der Tabelle – schon fünf Punkte hinter Champions-League-Platz 4. Leipzig schwächelt – auch weil der Topstar in der Formkrise steckt und für Getuschel im Verein sorgt.
Denn wenn Xavi Simons (21) die Kabine betritt, trägt er neuerdings ein besonderes Basecap. Mit weißer Schrift ist auf die schwarze Mütze „XS 10“ gestickt. Ein Symbol für das Ego des Spielmachers, das mindestens genauso groß ist, wie sein Gehaltsscheck. Die feste Verpflichtung von Paris St.-Germain im Januar machte den Niederländer zum Rekord-Transfer (50 Mio. Euro) und Bestverdiener (geschätzt bis zu 13 Mio. Euro pro Jahr) der Vereinsgeschichte.
Das Problem: Seit Wochen wird Simons dem Anspruch und seiner herausgehobenen Position im Kader nicht mehr gerecht. Er entscheidet keine Spiele, ist indes immer häufiger zum Unsicherheitsfaktor geworden, auf dessen Konto Gegentore gehen.
Das spüren die Mitspieler – und es sorgt in der Kabine für Unruhe. Der schwächelnde Simons, der wie zuletzt Openda auch mal eine Pause bräuchte, hat seine Startelf-Rolle sicher. Seine Selbstsicherheit macht es sogar schwer, mit Tipps und mahnenden Worten zu ihm durchzudringen. Und immer öfter macht Simons, was er will. Termine außerhalb der Trainingseinheiten und Spiele, etwa für Medien oder Sponsoren, sagen er und sein üppiger Beraterstab zu und ab, wie es ihnen lieb ist. Das erhoffte Gesicht des Vereins ist Simons so weder als Spieler noch als Botschafter.
Diese Entwicklung hatten einige im Klub erahnt, die feste Verpflichtung daher kritisch gesehen. Aber der Transfer war nicht zu stoppen – weil er längst mit PSG besprochen, wirtschaftlich und als Statement an die Konkurrenz zu reizvoll war.

