Wenn Sie sich für Handball interessieren, können Sie sich diese Woche ja mal freundlich bei Andreas Wäschenbach bedanken. Der trägt bei der Daikin HBL den Titel „Geschäftsleitung Spielorganisation“ und ist unter anderem für die Spielpläne zuständig. Und da hat er allen Handball-Fans ein schönes Geschenk gemacht: den ­Super-Samstag!

Die vier Top-Titel-Favoriten in dieser Saison treffen am 12. Spieltag diesen Samstag in zwei Partien direkt aufeinander: Um 18 Uhr empfängt Meister Füchse Berlin Rekordmeister THW Kiel, um 20 Uhr tritt Champions-League-Sieger SC Magdeburg bei Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt an.

Beide Partien gibt’s live bei Dyn zu sehen, der Handball-Sender bringt natürlich seine Top-Experten zu den Spielen: Stefan Kretzschmar (52) in Flensburg, in Berlin analysiert Dagur Sigurdsson (52), der Deutschland als Trainer 2016 zum EM-Titel führte. Die ARD überträgt die Partie Berlin gegen Kiel parallel.

Da fehlen die Worte: Welt-Handballer mit unfassbarem Treffer

Quelle: DYN

Der Ex-Bundestrainer ist schon voller Vorfreude auf den Super-Samstag: „Dieser Spieltag hat wirklich alles! Die Füchse gegen Kiel und Flensburg gegen Magdeburg – für mich wird das der größte Spieltag mit der größten Bedeutung bisher in der Saison. Ich freue mich richtig darauf!“

Foto: BILD

Für SPORT BILD nimmt der Isländer beide Partien auseinander.

Berlin (4., 16:6 Punkte) – Kiel (3., 18:4 Punkte)

Am schwierigsten ist die Ausgangslage für Sigurdssons Ex-Klub: Die Füchse trainierte er von 2009 bis 2015, letzte Saison wurden sie erstmals Meister. Doch mit bereits drei Niederlagen diese Saison stehen sie nur auf Platz vier.

Sigurdsson: „Oben mitmischen können sie mit einer Niederlage trotzdem immer noch, aber die Meisterschaft? Ich denke, die wäre weg. Sie stehen in dieser Beziehung schon mit dem Rücken zur Wand.“

Doch auch Gegner Kiel sieht Sigurdsson unter Druck. Der langjährige Krösus verpasste zuletzt zweimal in Folge die Champions League, ist mit vier Minuspunkten Dritter.

„Sollte der THW nicht gewinnen, verlieren die Kieler wieder ein Stückchen mehr von ihrem Rekordmeister-Mythos“, stellt Sigurdsson klar. „Sie sind in dieser Saison wieder stark geworden, aber bei Weitem nicht so stabil wie früher. Und die Kieler sind in dieser Saison im Angriff sehr abhängig davon geworden, wie Elias Ellefsen á Skipagøtu performt. Trotzdem: Sind alle Spieler an Bord, ist das immer noch eine Riesentruppe, die jedes andere Team schlagen kann.“

Wo sieht er die Stärken der Teams? „[–>Beide haben mit ihren Torhütern Dejan Milosavljev (Füchse, d.Red.) und Andreas Wolff (Kiel) zwei Typen, die das Spiel entscheiden, für ihre Mannschaften gewinnen können – auch wenn das ein Klischee ist, stimmt es. Dazu haben die Füchse immer noch Mathias Gidsel in Top-Form.“

Sigurdssons Schwächen-Check: „[–>Bei den Füchsen ist es der dünne Kader, die Verletzungssorgen vor allem mit Wiede und Lichtlein, da ist nicht mehr viel Luft. Es ist natürlich auch sehr risikoreich, immer mit denselben neun, zehn Spielern zu spielen. Bei Kiel der neue Mittelblock in der Deckung, das war eine große Veränderung, die nicht immer perfekt funktioniert.“

Sigurdssons Tipp: „Ich denke, das Spiel ist sehr ausgeglichen, deshalb tippe ich auf ein Unentschieden.“

Sigurdsson vor dem Super-Handball-Spieltag: Die großen 4 Teams im Form-Check

Flensburg (1., 20:2 Punkte) – Magdeburg (2., 19:1 Punkte)

Für viele ist der SCM gerade die beste Mannschaft der Welt, auch der Experte schwärmt: „Auch wenn es immer schwer ist, in Flensburg zu gewinnen, bei Magdeburg kann ich mir vorstellen, dass der SCM wie der FC Bayern im Fußball durch die Saison marschiert. Die spielen ihren Stiefel sehr solide durch und sind in allen Kategorien top: Angriffsspiel, Gegenstoß, die haben eine große Routine.“

Doch die SG ist in Top-Form: „Flensburg ist in dieser Saison nicht nur auf dem Papier mit ihrem extrem guten Kader einer der Titel-Favoriten, sie spielen auch so.“

Er sieht neue Stärken beim Nord-Klub: [–>„Sie haben in dieser Saison mehr Waffen, Magdeburg zu schlagen. Ein Marko Grgic kommt dort immer besser in Schwung. Wenn Flensburg einen Lauf hinbekommt, können die immer noch in jedem Spiel schnell drei, vier Tore in ein paar Minuten machen.“

Doch reicht das, um die Star-Truppe von Bennet Wiegert zu schlagen? „Magdeburg spielt schon seit drei, vier Jahren fast mit dem gleichen Kader zusammen. Ob der Neue Jónsson, Gisli, Claar, Magnusson oder am Kreis Saugstrup – die sind so unfassbar schwer zu verteidigen. Die können einfach alles auf allen Positionen.“

Schwächen sieht er beim Spitzenspiel kaum: [–>„In Flensburg ist es vielleicht die Abwehr, die nicht immer gleich konstant ist. Doch zuletzt stand ihre 6:0-Abwehr sehr kompakt. Magdeburg hat keine Schwäche, die können sich nur selbst schlagen.“

Sigurdssons Tipp: „Kleiner Vorteil für Magdeburg, die gewinnen knapp.“

Das wäre schon jetzt ein großer Schritt in Richtung Meisterschaft.

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