Nach der Auslosung der Gruppen für die WM 2026 in Kanada, Mexiko und den USA zeigt sich die Weltpresse bestürzt. Der Schock scheint auch beim ehemaligen Fifa-Präsidenten zu sitzen
Sepp Blatter (89) gegenüber dem englischen „Telegraph“: „Es gibt 211 Verbände, und keiner von ihnen spricht sich gegen einen Präsidenten aus, der nur mit Staatsoberhäuptern spricht und die Politik in die Weltmeisterschaft hineingetragen hat.“
Und weiter: „Fußball ist ein wunderschöner Sport, gesellschaftlich und kulturell. Aber jetzt entsteht der Eindruck, dass Politiker aus Saudi-Arabien und den Vereinigten Staaten die Kontrolle übernehmen werden.“ Vor knapp einem Jahr bekam Saudi-Arabien den Zuschlag für die WM 2034. Welchen Einfluss der Wüstenstaat hat, zeigen sie auch, indem sie sowohl den spanischen als auch den italienischen Supercup austragen.
Skurriler Infantino-Moment: Plötzlich macht der Fifa-Boss DAS
Und die USA? Ihr Präsident bekam vor der Ziehung von Fifa-Präsident Gianni Infantino (55) den neu eingeführten Friedenspreis. Die beiden Präsidenten pflegen eine intakte Beziehung, Infantino nannte Trump bereits einen „engen Freund“. Blatter dazu: „Der Fußball sollte keine Friedenspreise vergeben. Wir sollten dafür sorgen, dass wir als Fußball den Friedensnobelpreis gewinnen, denn wir leisten einen Beitrag zum Weltfrieden. Das geschieht hier überhaupt nicht, und das ist falsch und beschämend. Wirklich beschämend.“
Weiter erklärt er: „Ich weiß gar nicht mehr, ob Trump oder Infantino mein Nachfolger wurde.“

Trump und Infantino (l.) am Freitag in Washington, D.C. bei der WM-Auslosung
Blatter war von 1998 bis 2015 Fifa-Präsident und damit Vorgänger von Infantino. Über seinen Nachfolger sagt er: „Er ist nun in einer Sphäre angekommen, in der er den Fußball immer auf ein noch höheres Niveau heben will.“ Und: „Ich glaube, ihm würde auch eine WM im Weltall gefallen. Nur wäre es dann schwierig, Schiedsrichter zu finden.“ Infantinos aktuelle Amtszeit läuft noch bis 2027.

