Real Madrid ist bereits im Viertelfinale der Champions League gegen den FC Arsenal ausgeschieden. Ausgerechnet in „ihrem“ Wettbewerb. Die Spanier habe den Henkelpott seit 2014 sechsmal geholt, 2016 bis 2018 sogar dreimal in Folge. Das war noch keinem Team gelungen.
Doch in dieser Saison stottert der Real-Motor. Auch in LaLiga sind die Madrilenen nur Zweiter, vier Punkte hinter Erzrivale FC Barcelona. Hoffnungsschimmer: Real hat das Finale des spanischen Pokal-Wettbewerbs erreicht. Aber: Dort warte auch Barça.
Wenn alles schiefläuft, wird es für die „Königlichen“ eine titellose Saison. Aber warum läuft es aktuell nicht? Die Gründe für den Real-Absturz.
Real hat ein Sturm-Problem
Wie bitte? Im vergangenen Sommer ist den Spaniern der Transfer-Coup gelungen, Kylian Mbappé zu verpflichten. Ein Offensiv-Superstar. Neben ihn läuft zudem Weltfußballer Vinícius Júnior auf der linken Seite auf. Über rechts stürmt Rodrygo. Besser geht es doch kaum, oder?
Das Problem: Weil Vinícius auf links gesetzt ist, muss Mbappé in die Mitte. Bei PSG spielte der Franzose links, fütterte so auch Mittelstürmer Lionel Messi. Jetzt muss er gefüttert werden. Das scheint ihm nicht zu liegen. Im Duell mit Arsenal gelang ihm kaum etwas – ganz zu schweigen von einem Tor. Im Rückspiel würde er ausgewechselt. Viele Real-Fans begleiteten ihn mit Buhrufen. In die Fußstapfen von Karim Benzema, der bei Real Ballon d’Or-Sieger wurde, ist er bisher noch nicht getreten.
Kein Spielkonzept zu erkennen
Auffällig: Top-Favorit Real fiel kein Rezept ein, um Arsenal in den beiden Duellen Paroli zu bieten. Fast ideenlos prügelten die Madrid-Stars den Ball immer wieder weit nach vorn oder von der Seite in den Strafraum, in der Hoffnung, dass einer der Stürmer die lange Flanke verwerten kann. Vergebens. Real-Keeper Thibaut Courtois nach dem Aus: „Wir haben viele Flanken geschlagen, aber in diesem Jahr haben wir Joselu (wechselt im Sommer, Anm.d.Red) nicht.“ Und wieder wird ein Stürmer schmerzlich vermisst.
Kroos konnte nicht ersetzt werden
Ebenso wie Toni Kroos. Der Mittelfeld-Regisseur hatte seine Karriere am Ende der vergangenen Saison beendet. Real war es nicht gelungen, einen adäquaten Ersatz zu finden. Auch Luka Modric, der mit 39 Jahren ebenfalls auf der Zielgeraden seiner Karriere ist, konnte diese Rolle nicht einnehmen. Dani Ceballos und Eduardo Camavinga waren zudem oft verletzt. Real fehlt eine Ballverteiler im Mittelfeld, ein Bindeglied zu den Stürmern. Das ist deutlich zu sehen.
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Viele Verletzte
Mit Daniel Carvajal, Éder Militão, David Alaba und Ferland Mendy musste Real fast die komplette Saison auf Stammspieler und damit Leistungsträger verzichten. Vor allem die Abwehr ist von Verletzungen schwer gebeutelt. Immer wieder musste Trainer Carlo Ancelotti seine Defensive neu aufstellen. Das machte diese nicht besser.
Superstars verstehen sich nicht
Erschwerend kommt in der Real-Offensive hinzu: Mbappé und Vinícius sollen nicht das beste Verhältnis zueinander pflegen. Ex-Real-Star Predrag Mijatović äußerte kürzlich den Verdacht, dass die Verpflichtung von Mbappé Vinícius ausbremsen würde. Demnach buhlen beide um die Gunst der Fans, bemühen sich, möglichst keine Fehler zu machen, wollen beweisen, wer der Bessere ist. Das soll die Leistungen beider deutlich negativ beeinflussen.
Generell ist die Transfer-Politik der „Königlichen“ zu hinterfragen. Real kauft zwar regelmäßig die besten Spieler der Welt ein, wie zuletzt Mbappé oder Jude Bellingham. Aber passen sie auch immer ins Konzept? Jedenfalls ist auffällig, dass viele Neuzugänge viel Zeit brauchen, um sich Top-Leistungen abrufen zu können. So war es bei Bellingham, so ist es bei Mbappé.
Viele Fans kreiden dem Italiener an, dass er nicht auf die Talente des Vereins setzt. Im Mittelpunkt: die Offensiv-Juwelen Endrick oder Arda Güler. Beide kamen nur sporadisch zum Einsatz in dieser Saison. Ein Dauerthema. Der Trainer schenke ihnen schnell kein Vertrauen mehr. Zudem ist es Ancelotti nicht gelungen, nach der Verletzung von Mittelfeldstar Ceballos eine neue Spielidee zu entwickeln. Real wirkt daher ideenlos und harmlos.
Daher wackelt der Trainer auch. Nach der Saison könnte Schluss für ihn sein.

