Das deutsche Biathlon-Team steht weiter in der Kritik!
Nach dem enttäuschenden Abschneiden bei den Olympischen Winterspielen in Antholz meldet sich nun ein französischer TV-Experte mit einer spannenden Beobachtung. Der ehemalige Biathlet Lois Habert (42) war in Italien für „Eurosport Frankreich“ im Einsatz und berichtet von Unterschieden im Training.
Habert: „Ich habe ein Hotel in der Vercors-Region und vor nicht allzu langer Zeit hatten wir die Deutschen und Italiener zu Gast. Ich hatte den Eindruck, dass sie noch genau so trainiert haben, wie ich im Jahr 2012.“ In Antholz offensichtlich: Vor allem Frankreich und Norwegen sind dem Rest der Biathlon-Welt weit enteilt. Der Abstand ist gewaltig.
Habert, Ehemann der Biathlon-Olympiasiegerin Marie Dorin-Habert, führt weiter aus: „Es gibt diejenigen, die in allem an der Spitze stehen. Andere trainieren wie 2012, indem sie stundenlang trainieren und Krafttraining machen.“ Dabei würden die Franzosen auch ohne Krafttraining in bester körperlicher Vorbereitung sein. „Man kann das Training viel präziser kalibrieren als noch vor sechs Jahren. Ich glaube, das hat die Athleten weitergebracht.“
„Im vergangenen Jahrhundert stehengeblieben“
Und auch bei den Skiern gebe es große Unterschiede. „Und auch, was das Material betrifft. Ich glaube, dass es Teams gibt, die in der letzten Dekade im vergangenen Jahrhundert stehengeblieben sind.“ Neun von elf Goldmedaillen gingen an Frankreich und Norwegen. Frankreich sammelte im Biathlon 12 Medaillen mehr als Deutschland.
Haberts Fazit daher: „Abgesehen von den Franzosen und einigen Norwegern waren die Biathleten bei diesen Olympischen Spielen nicht in Form.“ Das weiß auch DSV-Sportdirektor Felix Bitterling, der nach den Ergebnissen in Antholz (eine Bronze-Medaille) eine schonungslose Analyse ankündigte und erklärte: „Wir müssen alles für den nächsten Zyklus entsprechend angepasst aufgleisen.“ Nur so kann man den Abstand auf Frankreich, Gastgeber der Spiele in vier Jahren, verringern.
