Als Erinnerung wählte er sogar die Trikotnummer 14. Erst später fiel der Fehler auf: Seine Freundin Brooklyn hatte sich verzählt. Tatsächlich waren es sogar 16 Receiver. Diese Nummer hätte er aber eh nicht bekommen, da sie von Star-Quarterback Jared Goff (30) getragen wird. „Ihm steht die Nummer auch besser“, sagt St. Brown, der alle 16 Namen der anderen Passempfänger auswendig kennt.
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Entscheidend ist: Der Motivationstrick wirkte. St. Brown zählt inzwischen zu den besten Receivern der NFL. In seinen ersten vier Saisons fing er 430 Pässe für 4851 Yards und 33 Touchdowns. Keiner der 16 vor ihm hat mehr Passfänge, nur Cincinnatis Ja’Marr Chase (25) kommt auf mehr Yards (5425) und Touchdowns (46).
Dafür wurde St. Brown mit einem Mega-Vertrag belohnt. Diese Saison startet die Vereinbarung über vier Jahre und 102,5 Millionen Euro. 2025/26 kassiert er 7,1 Millionen Grundgehalt plus einen Saison-Bonus von 7,3 Millionen. Sein Handgeld von 14,1 Mio. bekam er 2024 bei der Unterschrift. „Jetzt muss ich noch härter arbeiten“, sagt der Receiver. „Ich fühle aber keinen zusätzlichen Druck. So gehe ich einfach durchs Leben.“
Mit St. Brown wurde Detroit von einem Loser-Team zu einem Meisterschaftsanwärter. Vergangene Saison gewann das Team 15 von 17 Spielen der Hauptrunde, verlor dann sensationell mit 31:45 gegen Washington in den Play-offs. Noch in der Nacht danach schrieb St. Brown um 4 Uhr eine SMS an seinen Trainer Dan Campbell (49). „Das zeigte mir, wie sehr es an ihm nagte“, sagt der Coach. „Das sind die richtigen Typen für uns, und ich weiß, dass wir nur besser werden und stärker zurückkommen werden.“
Das Ziel ist der 60. Super Bowl, der am 8. Februar 2026 im Levi’s Stadium in Santa Clara bei San Francisco stattfindet. Die Lions standen noch nie im NFL-Finale. „Für uns zählt nur der Einzug ins Endspiel“, sagt St. Brown. „Es heißt: Super Bowl oder nichts!“

Amon-Ra St. Brown (r.) fängt einen Touchdown gegen Green Bays Keisean Nixon
Vergangene Saison erzielte kein NFL-Team mehr Punkte als Detroit: 564 (33,2 pro Partie) – Meister Philadelphia kam auf 463. „Ich denke, wir können wieder zur Elite der Angriffsformationen in der NFL gehören“, sagt St. Brown. „Wir haben eine starke Mannschaft in der Offensive mit dem richtigen Quarterback, der Offensive Line und vielen anderen Waffen. Mit unseren Spielern sind wir ziemlich dominant. Wir können jeden schlagen.“
Der größte Schlüssel zum Erfolg ist aber: Die Lions-Defensive muss besser werden, wie besonders die 45 Gegenpunkte beim Play-off-Aus zeigten. St. Brown ist zuversichtlich: „Wir haben jetzt eine harte Verteidigung.“
St. Brown würde gern im nächsten Jahr als NFL-Meister nach Deutschland kommen. Dort veranstaltet er regelmäßig ein Trainingscamp für Nachwuchsspieler. 2025 ging es nach Köln und München. „Es war tatsächlich mein erstes Mal in München“, sagte St. Brown. „Ich war in meinem Leben insgesamt 18- bis 20-mal in Deutschland.“
In seiner Kindheit ging es oft in die Heimat seiner Mutter Miriam. Vater John ist Amerikaner. Im Deutschen Sport & Olympia Museum in Köln gab es sogar eine Lions-Ausstellung. „Als Kind in Deutschland wusste ich nichts über Football“, sagt St. Brown. „Jetzt gibt es dort diese Camps, und die Kinder verstehen schon das Spiel. Das ist klasse, weil ich nie gedacht hätte, dass Football irgendeine Bedeutung in Deutschland bekommen könnte, weil sich alles um Fußball drehte.“ Inzwischen haben die Lions eine Kooperation mit dem 1. FC Köln.

Im Levi’s Stadium der San Francisco 49ers findet der 60. Super Bowl statt
Es geht um den 60. Super Bowl
Die NFL startet in eine Jubiläumssaison: Am 8. Februar 2026 steigt in Santa Clara der 60. Super Bowl – das Finale um die Meisterschaft der amerikanischen Footballliga. Das Eröffnungsspiel in der Nacht zum Freitag (2.20 Uhr, live bei RTL und DAZN) bestreitet Titelverteidiger Philadelphia Eagles gegen die Dallas Cowboys. Die reguläre Saison geht über 18 Wochen, dann folgen ab 10. Januar die Play-offs (mit 14 der 32 Klubs). Titelfavoriten sind neben Philadelphia auch Baltimore und Buffalo (alle 7:1-Quote), Kansas City (beide 8,5:1) sowie Detroit und Green Bay (beide 12:1). RTL und DAZN übertragen die NFL-Spiele.

