Der Traditionsklub aus Göppingen gewinnt in der Daikin Handball-Bundesliga sein Heimspiel gegen den ThSV Eisenach 31:27, sammelt enorm wichtige Punkte gegen den Abstieg.
Die Thüringer kassieren dagegen vor dem Ost-Kracher am Freitag gegen Leipzig einen ordentlichen Dämpfer. Bei einem Profi schlägt’s besonders deftig ein …
Nach 41 Minuten nimmt Eisenach-Trainer Misha Kaufmann eine Auszeit, sein Team liegt 14:18 hinten. Er erklärt erst ganz ruhig die Idee für die nächsten Minuten, dann wendet er sich an Ivan Snajder (27) – mit einer ganz bitteren Ansage.
„Ivan“, ruft der Trainer in Richtung des Kroaten, der hinter zwei Kollegen steht und sich beinahe erschrickt, als sein Name fällt, „du musst nix schenken, Junge. Du darfst mitspielen! Darfst ein bisschen Handball spielen mit uns.“
Klare Worte an den Profi, der seinem Trainer nach Saisonende zum TVB Stuttgart folgen wird.
Handball-Bundesliga: Frisch Auf Göppingen schlägt den ThSV Eisenach
Zu diesem fortgeschrittenen Zeitpunkt in der Partie hat der Linksaußen genau einen Wurf genommen, – der war immerhin drin – obwohl Göppingen das Zentrum brutal dicht macht und Eisenach immer wieder nach außen zwingt. Immerhin: Danach wird es besser bei Snajder, der noch zwei Würfe im Tor unterbringt.
Hilft dem ThSV aber nicht, weil am Ende des Spiels unglaubliche 17 technische Fehler auf dem Konto der Kaufmann-Truppe stehen.
Kreisläufer Peter Walz sagt schon im Halbzeit-Interview bei Dyn-Moderatorin Hannah Nitsche: „Es liegt eigentlich an uns selbst, wir machen so viele technische Fehler. Es fängt bei mir an, ich hab, glaube ich, drei Fangfehler. Ich weiß gar nicht, warum das heute so kommt.“
TV-Experte Hens ratlos: Wissen SIE, warum hier abgepfiffen wird?
Liegt auch den Gastgebern, die mal wieder mit sehr großer Aggressivität und Entschlossenheit die EWS Arena anzünden.
David Schmidt nach dem Spiel bei Dyn: „Gegen eine kämpferische Mannschaft wie Eisenach waren wir heute kämpferischer als Eisenach, das ist das größte Lob, das man bekommen kann, gegen so eine Mannschaft.“
Auf jeden Fall schaffen es die Göppinger mit dem souveränen Heimsieg, ihre größte Vereinslegende zu ehren.
In der Halbzeitpause wird die Hall of Fame des Traditionsklubs eröffnet, ein großes Poster von „Monsieur Handball“ (†97) Bernhard Kempa wird unters Hallendach gezogen. Sportdirektor Christian Schöne: „Ich glaube, dass es für einen Verein mit so einer langen Historie absolut stimmig ist. Es gibt keinen Besseren als Bernhard Kempa, um in diese Geschichte reinzustarten.“
Recht hat er.


