Es war das Top-Spiel mit Endspiel-Flair: Am Samstag dominierte Hausherr Leverkusen Tabellenführer Bayern nach Belieben. 16:2 Torabschlüsse standen am Ende zu Buche – nur eben kein Tor. Das 0:0, wenn auch schmeichelhaft für den Rekordmeister, ist nach Ansicht vieler die Vorentscheidung im Kampf um die Schale. Bayern hält den Abstand auf den Verfolger mit acht Punkten konstant.
Da hilft es auch wenig, dass Leverkusen-Trainer Xabi Alonso (43) mit diesem Spiel einen Bundesliga-Rekord aufgestellt bzw. weiter ausgebaut hat. Denn: Kein Trainer vor ihm schaffte es, in den ersten sechs Spielen gegen Bayern München ungeschlagen zu bleiben.
Bereits im Dezember hatte Alonso Ernst Happel überholt, der in den 1980er-Jahren als HSV-Trainer in seinen ersten vier Spielen gegen Bayern unbesiegt blieb.
Alonsos Bilanz liest sich bärenstark: drei Siege, drei Unentschieden. Leverkusen erzielte neun Tore, kassierte nur vier.
Im Spitzenspiel am Samstag hätte diese positive Bilanz eigentlich weiter ausgebaut werden müssen: Leverkusen drückte die Bayern in die eigene Hälfte, traf zweimal das Aluminium. Auf Bayern-Seite brachten auch die späten Offensiv-Einwechslungen (Serge Gnabry, Leon Goretzka und Leroy Sané in der 68.) von Trainer Vincent Kompany (38) keinen spürbaren Zug nach vorne.
Machte am Samstag einen wichtigen Schritt Richtung Titelgewinn: Bayern-Coach Vincent Kompany
Alonso schreibt Titel noch nicht ab
Zwölf Spieltage verbleiben jetzt also noch, um ein Wunder zu schaffen. Und Bayer-Coach Alonso gibt sich kämpferisch: „Es gibt noch viele Spiele zu spielen. Wir müssen jetzt natürlich viele Spiele gewinnen.“
Was er und seine Mannschaft da ausblenden sollten: Noch nie hat eine Mannschaft einen so großen Vorsprung wieder eingebüßt.

