Es war das vielleicht schmerzhafteste Spiel seiner Karriere – und zugleich der emotionalste Moment seiner Ära beim FC Bayern.

Kurz vor seinem Abschied vom deutschen Rekordmeister blickt Thomas Müller (35) zurück. In einem Interview mit dem US-Sender CBS verrät der Weltmeister, welches Spiel ihn am tiefsten geprägt hat: das Champions-League-Finale 2012.

„Der verrückteste Moment war mein Tor im Champions-League-Finale 2012“, sagt Müller. Damals hatte er die Bayern im eigenen Stadion in der 83. Minute per Kopf in Führung gebracht. „Das war einfach nur eine Explosion, im Stadion, in der Stadt“, erinnert sich Müller.

Doch am Ende jubelte der FC Chelsea. Stürmer Didier Drogba glich kurz vor Schluss aus – und traf später im Elfmeterschießen zum Sieg für die Engländer. Müller: „Die Stimmung sei sehr tief, tiefer als tief gefallen. Das war ein großer Crash.“

Er habe sich das Spiel seither mehrfach angesehen. Besonders ein Bild hat sich eingebrannt: die Gesichter seiner Mitspieler. „Wenn man in die Augen meiner Teamkollegen und meine Augen guckt, dann war das … die chemischen Reaktionen spielten verrückt“, sagt Müller rückblickend. „Das war der intensivste Moment in meiner Karriere.“

2012, Champions-League-Finale gegen Chelsea in München: Müller (M.) trifft zum 1:0 für die Bayern

Foto: picture alliance / sampics / Stefan Matzke

Ehefrau Lisa half ihm wieder auf die Beine

Nach dem Final-Drama brauchte Müller ein, zwei Tage – und einen ganz besonderen Tritt in den Hintern: von Ehefrau Lisa! „Als ich dann heim kam, hat mir meine Frau in den Hintern getreten und gesagt: ‚Komm schon, probier es weiter. Und jetzt musst du zu den Pferden.‘“

Dieser Satz veränderte alles. Müller rappelte sich auf: „Dann war der Schmerz vorbei. Das Leben ging weiter. Wenn Scheiße passiert und du keine Chance hast, es zu flicken, dann bringt es nichts, länger darüber nachzudenken.“

Er habe dann seinen Teamkollegen eine Nachricht geschickt und sie für das nächste Jahr motiviert. Mit Erfolg! 2013 holte Müller mit dem FC Bayern in Wembley den Champions-League-Titel gegen den BVB (2:1 n. V.), 2020 folgte der nächste Triumph in Lissabon. Dazu: 13 Meistertitel, sechs Pokalsiege, 2014 Weltmeister.

Eine einmalige Karriere, die zumindest was den FC Bayern angeht, nun endet. Die Münchner verlängerten seinen Vertrag nicht mehr.

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Quelle: BILD

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