Daraus wird nichts. Der amtierende deutsche Meister, der zuvor als SG BBM Bietigheim mehrfacher Titelträger war, hat sich vergangenen Dienstag vom Spielbetrieb abgemeldet. HB Ludwigsburg steht damit als erster Absteiger fest, jetzt ist das im Juli 2025 beantragte Insolvenzverfahren auch offiziell eröffnet.
Gehen Gläubiger des Handball-Meisters leer aus?
Am 28. August um 10 Uhr wurde am Amtsgericht Ludwigsburg unter dem Aktenzeichen 6 IN 510/25 „das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Schuldnerin“ eröffnet. Insolvenzverwalter ist der Rechtsanwalt Dr. Holger Leichtle aus Stuttgart. Insolvenzgläubiger werden nun aufgefordert, „Insolvenzforderungen bis zum 13.10.2025 bei dem Insolvenzverwalter schriftlich anzumelden“.
Gleichzeitig zur Eröffnung des Verfahrens „hat der Insolvenzverwalter am 28.08.2025 angezeigt, dass Masseunzulänglichkeit vorliegt“. Das dürfte den Gläubigern von HB Ludwigsburg überhaupt nicht gefallen.
„Masseunzulänglichkeit“ bedeutet nämlich, dass das noch vorhandene Vermögen vielleicht die Kosten des Insolvenzverfahrens decken kann. Aber in den meisten Fällen nicht die fälligen Verbindlichkeiten.
Heißt: Jeder, der von HB Ludwigsburg GmbH & Co. KG noch Geld bekommen würde, geht vielleicht leer aus. Laut Ludwigsburger Kreiszeitung moniert ein Premiumpartner des Klubs „offene Rechnungen und fehlende Kommunikation“.
In die Kommunikation ist HB Ludwigsburg am Samstag via Instagram getreten. Auf dem Account des Klubs tauchte ein bitterböser Sarkasmus-Post mit einem Vorwurf gegen Geschäftsführer Sebastian Götz auf.

Der bitterböse Post tauchte auch bei Facebook auf, inzwischen ist er gelöscht
Darin steht mit Rap-Musik unterlegt unter anderem: „Danke! Danke an alle Mitstreiter*innen, an aller Helfer*innen und Fans*innen über die gesamten Jahre! Und natürlich dem übermächtigen Geschäftsführer für die kolossalen Endergebnisse. Mehr ist an dieser Stelle leider nicht zu beantworten.“ Inzwischen ist der Post wieder gelöscht.
Der amtierende deutsche Meister im Frauen-Handball ist Geschichte. Fragen bleiben dennoch. Vor allem die: Wie konnte HB Ludwigsburg eine Lizenz bekommen und welche Zahlen schrieb der Klub in den betreffenden Lizenz-Antrag?


