Noch nie waren so viele Zuschauer bei einem Spiel der Frauen-Bundesliga. „Für mich ist es das erste Spiel in der Allianz Arena und etwas ganz Besonderes“, sagt Harder. „Das wird eine tolle Erfahrung und ein besonderer Moment für den Klub. Dieser Rekord bedeutet auch, dass der FC Bayern Standards setzt.“ Und ihre Teamkollegin und Freundin schwärmt: „Besser kann man eine Saison nicht eröffnen. Das Stadion macht einen Unterschied: Alle Emotionen, die es in einem Spiel gibt, werden in großen Arenen mit vielen Zuschauern zehnmal intensiver: jedes Tor, jeder Jubel, jeder Zweikampf.“
Solche Highlights braucht die Bundesliga. Denn im Sommer sind viele Stars ins Ausland gewechselt. Deutschland muss aufpassen, dass der Vereinsfußball nicht den Anschluss an England und Co. verliert. „Ich verstehe, woher die Angst kommt. In England oder den USA passiert viel, immer mehr Mannschaften werden immer stärker, investieren sehr viel Geld. Aber die Deutschen sollten die Chancen sehen“, sagt Eriksson. „Ich sehe hierzulande sehr viel Potenzial für den Frauenfußball. Wenn ich mir die Männer-Bundesliga anschaue, dann sehe ich tolle und ausverkaufte Stadien, super Stimmung, viel Begeisterung – mehr als anderswo. Fußball ist hier so groß. Das gilt auch für die Frauen. Das Geheimnis wird sein, das Potenzial zu nutzen und zu investieren. Nicht nur finanziell, sondern auch und vor allem in Infrastruktur und die Bedingungen wie Trainingsmöglichkeiten oder medizinische Betreuung.“
Eriksson (l.) und Harder feiern den Meistertitel mit Bayern-Kollegin Sembrant (r.)
Die Bayern richten alles auf ihren vierten Meistertitel in Folge aus. „Dass wir auf Nummer 1 stehen, ist die Erwartung von außen, aber es ist auch unsere eigene“, sagt Harder. Und Eriksson fügt an: „Wir müssen keine Angst haben, das so zu formulieren. Es ist unser wichtigstes Ziel, auch wenn es mehrere weitere Teams gibt, für die auch der Titel möglich ist. Ich erwarte einen Dreikampf mit Wolfsburg und Frankfurt.“
Auf dem Platz gehören die beiden Münchnerinnen zu den Besten der Liga. Dass sie auch privat seit langem ein Paar sind, darauf machen sie kein Geheimnis. „Ich kann das Interesse verstehen. Es ist eher selten, dass man mit seiner Partnerin zusammenarbeitet und gleichzeitig in der Öffentlichkeit steht, und dass ein Paar zusammen in einer Mannschaft Fußball spielt, ist noch seltener. Ist doch klar, dass viele Menschen wissen wollen, wie das funktioniert“, sagt Harder – und erklärt: „Wenn wir in der Mannschaft sind, sehen wir uns als Teamkolleginnen, und zu Hause sind wir ein Paar.“
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Der Schritt in die Öffentlichkeit ist bewusst gewählt. „Wir wollen uns nicht verstecken. Wenn wir in Interviews über unsere Beziehung sprechen, dann hat das einen Zweck: Damit wollen wir zeigen, dass unsere Lebensweise normal ist“, sagt Harder. „Wenn wir uns auf Social Media zeigen, dann, weil es unser normales Leben ist, dem Menschen folgen können, wenn sie wollen.“ Eriksson sagt: „Die wichtigste Botschaft ist immer: Es ist normal, wie wir leben. Es ist normal, wofür wir stehen.“


