Ein Weltmeister ist außer Gefecht. Thomas Arnoldsen (23) fällt auf unbestimmte Zeit aus. Der Grund ist ungewöhnlich – und bislang eher ein Tabuthema im Profisport.
Der Rückraum-Star von Aalborg Handbold leidet an ADHS. Eine Diagnose, die sein Leben – und seine Karriere – komplett verändert hat.
Arnoldsen, der im Sommer 2023 zu Dänemarks Top-Klub wechselte, war kurz nach seinem Start wegen körperlicher und geistiger Erschöpfung krankgeschrieben.
Jetzt macht er öffentlich, was ihn wirklich ausbremst: „Während der folgenden sechs Monate wurde bei mir ADHS diagnostiziert, und das medizinische Team des Vereins (…) gab mir eine Reihe von Hilfsmitteln an die Hand.“
Millionen betroffen – viele wissen es nicht
ADHS – was ist das eigentlich? Die Abkürzung steht für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Betroffene kämpfen mit innerer Unruhe, Konzentrationsproblemen und impulsivem Verhalten.
In Deutschland betrifft ADHS laut des Bundesgesundheitsministeriums etwa 5 % der Kinder und Jugendlichen – Jungen deutlich häufiger als Mädchen. Bei Erwachsenen sind es rund 4 %, so das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim – also rund drei Millionen Menschen!
Viele wissen gar nichts von ihrer Erkrankung. Laut ADHS Deutschland e.V. leben in Deutschland bis zu zwei Millionen Erwachsene ohne Diagnose.
Gibt Thomas Arnoldsen ein Comeback? Ungewiss!
Arnoldsens Symptome verschlechterten sich zuletzt wieder: „Obwohl es mir viel besser ging und ich wieder Handball spielen konnte, verschwanden die Symptome nie ganz.“
Seitdem nimmt er Medikamente – und pausiert erneut. „Ich habe gemeinsam mit dem Verein beschlossen, für eine gewisse Zeit den Stecker zu ziehen“, so Arnoldsen.
Wie lange der Nationalspieler ausfällt, ist unklar. Der Verein steht hinter ihm. Aalborg-Manager Jan Larsen (59) stellt klar: „Es ist natürlich eine frustrierende und unglückliche Situation für Thomas, aber auch etwas, vor dem wir großen Respekt haben.“
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Man arbeite mit allen verfügbaren medizinischen und psychologischen Mitteln – auch mit Leistungscoach Martin Langagergaard. Arnoldsen sagt: „Ich sehe dies als einen Schritt zur Seite auf meinem Weg nach vorne.“
SPORT BILD meint: Offene Worte statt Schweigen. Arnoldsen zeigt, wie wichtig mentale Gesundheit auch im Profisport ist. Respekt für diesen Schritt!


