Die Handball-European-League ist mal wieder eine Art erweiterter DHB-Pokal. Vier der acht verbliebenen Teams kommen aus der Bundesliga, zwei treffen im direkten Viertelfinal-Duell aufeinander. Die SG Flensburg/Handewitt und die TSV Hannover-Burgdorf bestreiten erstmals ihr Nordderby auf europäischem Parkett, liefern sich in der „Hölle Nord“ ein spektakuläres Schützenfest im Hinspiel – mit einem überraschenden Ergebnis. Die Niedersachsen nehmen ein 39:39 mit, nachdem sie beide Liga-Duelle in dieser Saison verloren hatten.
Für Flensburg läuft es gar nicht nach Plan. Vor dem Spiel hatte SG-Trainer Ales Pajovic noch angekündigt: „Ein Sieg mit fünf Toren Vorsprung wäre ein gutes Ergebnis.“ Am Ende des Abends wäre er wohl mit einem einfachen Sieg zufrieden gewesen. Doch dazu kommt es nicht. Weil Hannover dem Favoriten die kompletten 60 Minuten Paroli bietet, nie mehr als drei Tore in Rückstand liegt und dem Sieg sogar näher ist, als die Hausherren.
Hannover mit Remis in Flensburg: Überraschung im Euro-Nordderby
Die Partie ist intensiv, ein offener Schlagabtausch. Herausragend bei den Gästen: August Pedersen mit elf Toren bei elf Versuchen! Schreckmoment in der 21. Spielminute: Hannovers Hannes Feise bekommt den ausschwingenden Wurfarm von Flensburgs Simon Pytlick an die Schläfe, geht benommen zu Boden. Sein Torwart Joel Birlehm winkt hektisch die Betreuer herbei. Plötzlich wird es ganz still in der Halle. Stark: Auch der Flensburger Mannschaftsbetreuer kümmert sich um den Verletzten, der unter Applaus das Spielfeld und die Halle verlässt. Feise hat eine Platzwunde am linken Auge davongetragen. Es bleibt ruppig: In der hektischen Schlussphase sieht Niclas Kirkeløkke nach Foul an DHB-Profi Renars Uscins Rot (57.). Die Gäste haben noch nach Ablauf der Uhr die Chance auf den Sieg, doch Uscins wirft seinen Freiwurf über das Tor.
Die Entscheidung fällt im Rückspiel am kommenden Dienstag (18.45 Uhr live bei Dyn) in Hannover. Spannend: Während die TSV am Wochenende beim Bergischen HC in der Liga ran muss, hat Flensburg frei und kann sich voll auf das Rückspiel konzentrieren. Das eigentlich angesetzte Kracherspiel beim SC Magdeburg wurde auf den 21. Mai verlegt.

