Er ist Olympiasieger, Weltmeister und Europameister mit Frankreich. Handball-Weltstar Dika Mem (28) hamsterte dazu 52 Titel im Vereins-Handball: Dreimal gewann er die Champions League, viermal die Klub-WM, neunmal die Spanische Meisterschaft, 18-mal spanische Pokalwettbewerbe und 18-mal den spanischen Supercup. Jetzt kommt der Linkshänder in die Daikin Handball-Bundesliga, spielt ab 2027 bei den Füchsen Berlin.
Doch wie konnten die Füchse den Superstar vom FC Barcelona überhaupt nach Berlin lotsen?
Die ganze Geschichte beginnt schon lange, bevor sich Dika Mem im September seinen möglichen neuen Arbeitsplatz schon mal genauer angesehen hatte (SPORT BILD berichtete exklusiv). Damals zeigte ihm noch Ex-Sportboss Stefan Kretzschmar (52) das Trainingszentrum der Berliner („Füchse-Town“), führte die ersten Gespräche mit Mem.
Nette Geste: Der Ex-Sportboss der Füchse wünscht Dika Mem (28) bei den Berlinern nur das Beste. Das Bild entstand im September, als Mem sich das Trainingszentrum der Füchse angesehen hat
Füchse-Boss Bob Hanning (57) bestätigt: „Einer der besten Freunde von Dika Mem ist unser Lasse Andersson und auch mit Aitor Arino kann er gut, spielten zusammen beim FC Barcelona. Die beiden haben damals schon die Mem-Idee mit ins Spiel gebracht. Als wir ihn dann hier hatten, waren sie mit ihm essen, haben ihm Berlin gezeigt und ihm Mannschaft und Verein schmackhaft gemacht.“
Handball-Boss Hanning verrät: So liefen die Verhandlungen mit Mem
Vor den Fans versteckten die Füchse Mem noch. Hanning: „Wir konnten ihm kein Spiel in der Schmeling-Halle zeigen, haben ihn da rausgelassen, wollten keine Diskussion haben. Aber wir haben uns auch sehr um seine Frau bemüht.“ Denn Gabriela Mem ist Brasilianerin. Hanning verrät: „Da geht es sehr um Community, sie soll sich ja hier auch wohlfühlen mit ihrer kleinen Familie, denn Dika Mem ist vor Kurzem zum ersten Mal Papa geworden (Sohn Kayden kam vor 11 Wochen auf die Welt/die Red.).“
Hanning schmunzelt: „Nach der Geburt sind wir dann mit Geschenken nach Barcelona gefahren. Ich war dann die letzten Wochen und Monate mit ihm ganz oft in persönlichen Gesprächen. Parallel habe ich mit seinem Berater schon einen Vertrag ausgehandelt. Ich wollte, egal ob er zu uns kommt, dass er den zu Hause vor sich liegen hat und von unserer Ernsthaftigkeit überzeugt ist.“
Dann informierte Hanning seine beiden deutschen Lieblings-Linkshänder Fabian Wiede (31/Reha nach Kreuzbandriss) und Spielmacher Nils Lichtlein (23), dass mit Mem noch ein Linkshänder kommen soll. Und was für einer! Hanning: „Das war mir wichtig und nur fair, das zu besprechen, denn mit beiden hatten wir ja gerade erst die Verträge verlängert.“
Eigentlich war neben den Berlinern nur der FC Barcelona als Mitkonkurrent um Mem im Rennen. Hanning: „Doch dann kam plötzlich Paris mit einem Angebot um die Ecke, da überlegst du natürlich als französischer Nationalspieler noch einmal. Aber ich hatte irgendwie die ganze Zeit ein gutes Gefühl und spürte, dass er sich für uns entscheidet, dass wir ihn schon haben. Aber ich wusste auch, dass ich ihn auch in Ruhe lassen muss, für diese Entscheidung.“
Trotzdem blieb nichts unversucht. „Als der 4-Jahres-Vertrag ausverhandelt war, haben Mathias Gidsel, Aitor Arino, Lasse Andersson, unser Trainer Nicolej Krickau und ich in koordinierten Abständen immer wieder bei ihm angerufen, gesprochen und das über die Ziellinie bekommen. Großartiger Typ, unglaublich, das muss man auch mal sagen, er hat keinerlei Nachforderungen gestellt. Das war ein ganz sauberer und ehrlicher Transfer. Sein Anruf war dann für uns ein verzögertes Weihnachtsgeschenk.“


