Das ist so bitter. Auch im 14. Spiel kein Sieg für den Aufsteiger. Es bleibt bei 0 Punkten. Dabei ackert, kämpft und blutet der VfL Potsdam sogar. Doch der SC DHfK Leipzig gewinnt nach vier Pleiten endlich wieder ein Spiel in der Daikin Handball-Bundesliga 26:35 (13:17) und kann fröhliche Weihnachten feiern.
Die Vorzeichen für einen Potsdamer Sieg stehen schlecht. In fast allen HBL-Statistiken liegen die Brandenburger hinten: Mit 23,4 Toren der schlechteste Angriff, mit nur 57 Prozent die schlechteste Wurfeffektivität und auch bei den Torhüter-Paraden liegt der VfL mit nur 24,1 Prozent Fangquote auf dem vorletzten Platz.
Unter die Latte!Spektakuläres Freiwurf-Tor von Andersson
Leipzig kommt mit zuletzt vier Niederlagen nach Potsdam. Die Hoffnung lebt beim VfL, die MBS-Arena ist voll, 2103 Fans sind gekommen. Doch die Sachsen ziehen mehrmals mit vier Toren weg. Nur zweimal kommt Potsdam in der 1. Hälfte wirklich nah ran (9:10/18. und 10:12/21.).
Kofler muss mit Platzwunde in der Kabine genäht werden
Ausgerechnet in dieser, der besten Potsdamer Phase der Schock für die Mannschaft von Trainer Emir Kurtagic (44). Spielmacher Elias Kofler (24) bekommt nach einem Wurf den Ellenbogen von Leipzigs Luca Witzke (25) ins Gesicht. Das Blut spritzt sofort aus einer Platzwunde am rechten Auge. Der Österreicher muss in der Kabine von Team-Arzt Johannes Buitenhuis über dem Auge genäht werden, kommt erst in der 38. Minute zurück.
Schade, nach diesem Unfall verlieren die Potsdamer ein wenig den Faden. Da hilft ihnen auch nicht, dass die Leipziger ab der 27. Mit Moritz Preuss nur noch einen Kreisläufer haben. Denn Luka Rogan sieht nach einem Griff in den Wurfarm von Potsdams Jannek Klein (25) glatt ROT.

Elias Kofler musste in der Kabine genäht werden, spielt in der 2. Hälfe sogar wieder
Hart geht es auch die restlichen Spielminuten weiter, häufiger rasseln die Spieler in- und aneinander. Unfair ist es nicht, aber eine Abwehrschlacht auf beiden Seiten. In dem Kampf-Duell schwinden die Kräfte bei den Potsdamern. In nur drei Minuten legen die Leipziger einen 4:0-Lauf hin und gehen mit einem 7-Tore-Vorsprung (20:27/49.) in die letzten zehn Minuten.
Potsdams Coach Kurtagic versucht alles nimmt zwei Auszeiten kurz hintereinander, rüttelt die jüngste Bundesliga-Mannschaft noch einmal wach: „Jungs, maximaler Glaube an sich, kein Zögern, mit allem, was ihr habt aufs Tor.“ Das Team kämpft mit viel Leidenschaft und Einsatzwille weiter, doch ihre einfachen Fehler können sie nicht abstellen. Sogar der am Auge verletzte und genähte Elias Kofler beißt auf die Zähne, haut sich weiter mutig durch die Deckung, doch am Ende gewinnt Leipzig.


