Thomas Gravesen (50) gehörte zur Jahrtausendwende zu den Lieblingen der HSV-Anhänger. Der Mittelfeldspieler hatte großen Anteil daran, dass sich der Traditionsverein in der Saison 1999/2000 für die Champions League qualifizierte. Heute verfolgt er als TV-Experte in seiner Heimat Dänemark intensiv den Weg seines Ex-Vereins – und kann ihm nur gratulieren: zur festen Verpflichtung seines Landsmannes Albert Grønbæk (25) für 4,7 Millionen Euro von Stade Rennes.
Der dänische Nationalspieler ist der teuerste HSV-Einkauf seit 2017. Für Gravesen gut investiertes Geld, zumal der Verein mit Skandinaviern in der Historie viel Glück hatte. „Ich als Däne bin sehr stolz darauf, Albert Grønbæk nun länger beim HSV zu sehen. Er ist ein richtig guter Junge. Ich hatte in Hamburg eine unglaublich schöne Zeit, die kann auch er haben. Ihm muss aber bewusst sein, dass er sich die Zuneigung der Fans hart erarbeiten muss“, sagt Gravesen im Gespräch mit SPORT BILD.
Was zeichnet Grønbæk, der bereits in der Rückrunde der Saison 2025/26 als Leihspieler von den Franzosen zum HSV kam und aufgrund einer Oberschenkelverletzung sowie einer Krankheit nur in sieben Spielen (ein Tor, zwei Vorlagen) sein Können zeigen konnte, aus? „Er fordert den Ball, hat viel Tempo sowie eine tolle Technik und setzt die Mitspieler gut in Szene. Außerdem ist er gut in offensiven Eins-gegen-eins-Duellen“, sagt Gravesen. Deshalb holten die Franzosen ihn 2024 für 15 Millionen Euro Ablöse von FK Bodø/Glimt.
„Albert braucht das Vertrauen des Trainers“
In Rennes setzte er sich allerdings nicht durch und wurde zwischenzeitlich an den FC Southampton und Genua CFC verliehen. Dennoch wird Grønbæk dem HSV helfen, davon ist Gravesen überzeugt: „Er wird dem HSV guttun.“ Allerdings müssten seitens des Spielers und des Klubs gewisse Voraussetzungen erfüllt werden: „Albert ist ein Spieler, der das Vertrauen des Trainers braucht“, sagt Gravesen. Das wird er von Merlin Polzin (35) bekommen, der Grønbæk wollte.
Dazu müsse sich Grønbæk als Spieler weiterentwickeln, sagt Gravesen: „Er ist jetzt auch vom Alter her in einer Phase, in der er mehr Verantwortung übernehmen sollte. Das wird er schaffen. Wenn es für Albert und den HSV weiter nach oben geht, dann kann ein neuer HSV-Boom in Dänemark entstehen, dann wollen aufgrund der Nähe sicher bis zu 5000 Dänen zu den Spielen in den Volkspark reisen.“ Allerdings wird sich dieser Ticket-Wunsch der Dänen mangels Eintrittskarten nicht realisieren lassen.

