Die Füchse Berlin feiern am Sonntag gleich doppelt: Den wichtigen 36:31-Sieg im Topspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt und die nächste Vertragsverlängerung eines ganz wichtigen Leistungsträgers.
Nationalspieler und Spielmacher-Juwel Nils Lichtlein verlängert seinen Vertrag gleich um drei Jahre bis 2028.
Lichtlein: „Zuallererst freue ich mich natürlich über den riesigen Vertrauensbeweis, den ich dadurch vom Verein bekommen habe. Dass ich weiter hier in Berlin, in der Heimat, in der ich groß geworden bin, spielen darf, macht mich sehr glücklich. Ich hoffe, dass unser Trend der letzten Jahre weiter immer nach oben geht und wir gemeinsam Erfolg haben können.“
Geschäftsführer Bob Hanning (57): „Es ist schön, dass sich wieder ein Spieler unseres goldenen Jahrgangs langfristig an den Verein bindet. Nils’ Spielidee und Spielwitz sind für das Angriffsspiel der Füchse Berlin unverzichtbar.“
Nach Matthes Langhoff (22) und Tim Freihöfer (22) hat sich ein weiterer U21-Weltmeister aus der Berliner Talentschmiede dazu entschieden, seinen Weg beim deutschen Vize-Meister fortzuführen.
Vor kurzem war dem Vizemeister erst der Coup gelungen, mit Welthandballer Mathias Gidsel (26) vorzeitig bis 2029 zu verlängern.
Handball-Bundesliga: Füchse Berlin gewinnen Topspiel gegen SG Flensburg-Handewitt
Vom Dänen gibt’s auch am Sonntag gute Nachrichten, er meldet sich rechtzeitig fit fürs Topspiel. Bei Wisla Plock am Donnerstag in der Champions League (27:32-Pleite) hatte er noch mit Magen-Darm-Problemen nach einer Lebensmittelvergiftung zu kämpfen.
Zu kämpfen haben in der Max-Schmeling-Halle vor 9000 Fans in der Daikin Handball-Bundesliga diesmal vor allem die Profis mit der Standfestigkeit.
Kurios und nicht Spitzenspiel-reif: Der blaue Hallenboden ist glatt wie eine Eisfläche. Schon vor dem Spiel beschweren sich beide Mannschaften beim Warmmachen, der Boden wäre schmierig, fast ölig – gabs noch nie im Fuchsbau.
Erinnert an Volleyball!: So ein Tor passiert beim Handball fast nie
Gidsel (1.), Kirkelökke (3.), Lichtlein (3.), Langhoff (11.) – immer wieder legen sich die Profis lang. Weltmeister Pommes Hens, der als Experte für SPORTBILD.de und Dyn kommentiert, sagt besorgt: „Wir haben jetzt hier in drei Minuten schon drei Leute, die ausgerutscht sind. Da hoffen wir mal, dass das nicht so schlimm ist und vor allen Dingen, dass sich da keiner verletzt.“
Kommentator Karsten Petrzika verrät Insider-Wissen dazu: „Nach den ersten Proben haben mir das die Spieler vorhin schon erzählt, dass der Boden ölig ist. Und sie haben probiert zu wischen und zu machen …“
Mit zunehmender Spielzeit wird es besser, doch es bleibt gefährlich. Nach 53 Minuten erwischt es dann wieder Welthandballer Gidsel, der durch seine turboschnellen Zick-Zack-Bewegungen aber auch besonders anfällig dafür ist.
Doch auch das kann den Dänen nicht stoppen, der wie fast immer in Topspielen voll da und von der Flensburger Abwehr nicht zu stoppen ist. Am Ende kommt er auf acht Tore, Linksaußen Tim Freihöfer trifft sogar starke zwölfmal! Ebenfalls überragend: Torwart Dejan Milosavljev mit 15 Paraden.
Freihöfer: „Ich hatte heute richtig viel Spaß. Wir wollen nach Lemgo und Plock eine Reaktion zeigen, denn diese Spiele haben nicht unseren Leistungen entsprochen. Wir wollten über 60 Minuten zeigen, dass wir besser sind als Flensburg und das haben wir gemacht.“
Statement-Sieg der Füchse, die im Titelrennen mit drei Punkten Rückstand auf Melsungen dran bleiben – obwohl sie auf Rückraum-Riese Lasse Andersson (Fieber) verzichten müssen. Für Flensburg, vor der Saison Top-Favorit, ist das Meister-Rennen dagegen bei sechs Zählern Rückstand praktisch beendet.
Trainer Jaron Siewert (31): „Ich bin mega happy, dass wir dieses Spiel heute hier ziehen konnten. Von der Einstellung, den Emotionen, die Zuschauer abgeholt – bei uns hat heute viel gepasst. Wir haben uns in einen Rausch gespielt, die Jungs haben alles reingehauen.“


