27 Spiele ist er in der Daikin Handball-Bundesliga und Champions League mit seinen Füchsen Berlin ungeschlagen geblieben. Trainer Jaron Siewert (31) ist nach dem Sieg bei den Rhein-Neckar Löwen (38:33) der jüngste Meistertrainer aller Zeiten – und die Füchse holen zum ersten Mal in ihrer Geschichte den Titel.

Und so nebenbei haben die Berliner schon eine zweite Trophäe sicher. Siewert wurde auch zum „Trainer des Jahres“ gekürt.

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Quelle: DYN

SPORTBILD stellt den neuen Wundertrainer vor…

Sein Entdecker: Eigentlich wollte Jaron Siewert Handball-Profi werden, spielte bis 2017 in der Füchse-Jugend. Nach dem Abi schloss er ein BWL-Studium ab. Aber es kam anders. Siewert: „Bob Hanning hat mir damals gesagt: Mit der ersten Liga wird das nichts, mein Talent würde nur für die zweite Liga reichen. Und die war für mich nicht so erstrebenswert.“

Füchse-Macher Hanning (57) erkannte seine wahre Begabung und überredete ihn, Trainer zu werden. Siewert: „Von allein wäre ich da nicht drauf gekommen.“

Sein Weg: Als Spieler war Siewert mit B- und A-Jugend der Füchse viermal Meister, 2012 zudem U18-Europameister. Ab 18 Jahren durchlief er bei den Füchsen zum Lernen alle Teams als Trainerstation, mit 23 Jahren wurde er der jüngste A-Lizenz-Inhaber. Und 2017 mit der Übernahme von Zweitligist Tusem Essen auch jüngster Profi-Trainer der Handball-Geschichte. Mit Essen stieg Siewert 2020 in die Bundesliga auf und wechselt dann zu den Füchsen. Seitdem schloss er nie schlechter als Platz 3 ab. 2023 gewann er mit Berlin in der European League seinen ersten Titel.

Jaron Siewert (r.) mit seinem Co-Trainer Max Rinderle

Jaron Siewert (r.) mit seinem Co-Trainer Max Rinderle

Foto: IMAGO/camera4+

Sein Schicksal: Schlaganfall am 11. August 2022 – mit 28 Jahren. Not-OP, ein Blutgerinnsel war ins Gehirn gewandert. Sein Comeback nur vier Wochen nach der Rettung. Heute gilt Siewert als austherapiert und gesund: „Ich muss nur Blutverdünner nehmen und die Wirksamkeit in regelmäßigen Abständen kontrollieren lassen.“

So tickt Deutschlands Trainer des Jahres

Sein Rückhalt: Seine Familie. Ehefrau Lina und die Söhne Emil (5) und Jonte (3). Nach dem Sieg sagt Siewert: „Ich liebe meine Frau dafür, sie hält mir extrem den Rücken frei. Für mich ist die Familie ein Rückzugsort.

Seine Disziplin: Siewert überlässt nichts dem Zufall, ist extrem organisiert und strukturiert – und eisern zu sich selbst. „Ich esse nur zweimal am Tag, lasse das Mittagessen komplett aus. Das würde mich müde machen.“ Siewert investiert viel Zeit in Vor- und Nachbereitung der Spiele: „Ich bin schon ein sehr moderner Coach, aber nicht nur der berühmte Laptop-Trainer. Man wird mich auch ganz altmodisch mit Zettel, Taktikbrett und Trillerpfeife in der Halle stehen sehen.“

Teaser-Bild

Foto: BILD

Seine Philosophie: Bei Amtsantritt machte er deutlich: „Ich strebe nach dem Maximum und möchte Erfolge feiern. Das schafft man nicht, wenn man im Mittelfeld spielt.“ Siewert ist kommunikativ, denkt immer positiv, ist sehr zielstrebig. Er lässt modernen Handball mit viel Tempo spielen.

Seine Leidenschaften: Siewert ist seit seiner Jugend Fan von Hertha BSC, war als Teenie viel im Stadion. Am besten entspannen kann er bei Spaziergängen mit Hündin Emma und beim Spielen mit seinen Söhnen – am liebsten mit Autos, Eisenbahn oder im Park. Nach wichtigen Siegen gönnt sich Siewert mal ein Bier und einen Besuch in einer Fastfood-Kette. Er liest gern Biografien anderer Trainer.

Sein Vertrag: Läuft im Sommer 2026 aus und ist noch nicht verlängert worden. Sport-Boss Stefan Kretzschmar zu SPORTBILD „Wir sind mit seiner Arbeit sehr, sehr zufrieden. Aber wir tun gut daran, unseren Fokus jetzt auf das Champions-League-Final4 zu richten. Dass ich Jarons Entwicklung sehr beeindruckend finde, daraus mache ich kein Hehl.“

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