Im Skispringen entscheiden oft Zentimeter, manchmal sogar Millimeter über Sieg oder Niederlage. Bei der Vierschanzentournee wurden in der Vergangenheit bereits Athleten disqualifiziert, weil ihr Sprunganzug minimal zu groß war. Seit dieser Saison kontrolliert FIS-Materialchef Matthias Hafele (42) die Ausrüstung besonders streng. Doch hinter den Kulissen kursieren Gerüchte über eine ganz andere, deutlich pikante Form der Manipulation – und die betrifft ausgerechnet den Penis der Skispringer.

Moment mal: Was haben Geschlechtsteile mit Skispringen zu tun? Offenbar mehr, als man vermuten würde. Denn angeblich sollen Athleten, die von Natur aus unterhalb der Gürtellinie besonders gut ausgestattet sind, aerodynamische Vorteile haben und dadurch weiter fliegen. Größe kann also doch eine Rolle spielen – zumindest aus strömungstechnischer Sicht.

Mit Hyaluronsäure Penis aufspritzen

Vor der Saison wurde jeder Springer mit einem 3-D-Scanner vermessen und das Schrittmaß ermittelt, welches am untersten Punkt im Genitalbereich ansetzt. Dieser Wert wird für die Saison als Grundlage für den Anzug genommen. Gelingt es also, diesen Punkt nach unten zu verschieben, bekommt man automatisch mehr Anzugfläche – was Auftriebs-Vorteile bringt.

Für ein paar Millimeter Stoff soll es sogar Springer geben, die auch schon mal zu Hyaluronsäure gegriffen haben, um vor der Messung ihren Penis „aufzuspritzen“. Dr. med. Kamran Karim (Leitender Oberarzt im Maria-Hilf-Krankenhaus in Krefeld): „Es gibt die Möglichkeit, mit der Injektion von Paraffin oder Hyaluronsäure eine temporäre, optische Verdickung des Penis zu erwirken. Eine Verlängerung ist dadurch aber nicht möglich. So eine Injektion ist aber medizinisch nicht indiziert und mit Risiken verbunden.“

Auch mit Schaumstoff, der um die Hoden gelegt wird, soll wohl in der Vergangenheit gearbeitet worden sein. Bei der Vermessung tragen die Springer eine Unterhose.

Hafele zu BILD: „Ich kann ausschließen, dass versucht wird, mit sichtbaren Hilfsmitteln Vergrößerungen an den Geschlechtsteilen zu erwirken. Bei der Vermessung ist medizinisches Personal anwesend, das ganz genau kontrolliert.“

In der Vergangenheit, als noch händisch gemessen wurde, war wohl noch einiges möglich. Es soll Springer gegeben haben, die sich mithilfe von Silikon im Kondom für den Zeitpunkt der Messung ein paar Millimeter erwirkt haben.

Nach BILD-Informationen würden es einzelne Nationen begrüßen, wenn noch vor den Olympischen Spielen durch die FIS eine weitere Body-Scan-Vermessung durchgeführt wird – um eventuelle Fehlmessungen zu korrigieren.

Hafele: „Aktuell ist eine weitere Vermessung nicht geplant. Wir arbeiten aber im Hintergrund bereits an Methoden, dass das schwierige Thema verbessert wird.“ Das Ziel soll sein, dass die knöcherne Struktur ausschlaggebend für die Messung ist und nicht die Weichteile. Dann stimmt es auch wieder, dass es nicht auf die Größe ankommt …

Montag und Dienstag wird in Bischofshofen noch gesprungen. Um 16.30 Uhr startet heute die Quali für das 4. Springen der Tour.

ttn-36