George Russell (27) hat das Formel-1-Rennen in Montreal gewonnen. Aber ist er auch der Sieger? Diese Frage beschäftigt die Fans noch stundenlang nach der Siegerehrung am Sonntag.

Fünf Stunden und 20 Minuten um genau zu sein. Dann aber steht fest: Russell behält den Sieg!

Grund für die Hängepartie: Red Bull hat wegen zweier angeblicher Vergehen Russells Protest gegen die Wertung eingelegt.

So soll der Mercedes-Pilot in der Safety-Car-Phase (nach Crash von Lando Norris) „erratisch“ gefahren sein, indem er vor Max Verstappen (27) plötzlich und stark gebremst hat. Außerdem soll Russell, der zu der Zeit schon in Führung lag, einen zu großen Abstand zum Safety Car gelassen haben. Das Maximum sind zehn Wagenlängen.

Interessant: Gleich nach dem Rennen hatte Red Bulls Motorsport-Chef Dr. Helmut Marko (82) bei „Sky“ ausgeschlossen, dass sein Team Protest einlegen würde.

Teamchef Christian Horner (51) sieht das anders, sagte: „Es ist unser Recht, dagegen Protest einzulegen. Und das haben wir getan.“

Dann beginnt das lange Warten.

Das Rennen war um 15.49 Uhr Ortszeit beendet. Zwei Stunden später müssen Russell und Verstappen bei den Renn-Stewards antanzen. Und werden dort 45 Minuten befragt.

Wer danach auf ein schnelles Urteil gehofft hat, wird enttäuscht.

Um 21.09 Uhr weist die Fia den Protest von Red Bull gegen den Sieg von George Russell ab

Ein Grund: Die Stewards müssen insgesamt zwölf mögliche Regelverstöße untersuchen. Neben den beiden Protesten von Red Bull unter anderem auch die Kollision der beiden McLaren-Piloten Lando Norris (25) und Oscar Piastri (24), die Norris‘ Crash vorausgegangen war. Und mögliche Vergehen von sieben (!) weiteren Fahrern hinter dem Safety Car.

Gegen 19.25 Uhr verlassen Russell und Teamkollege Kimi Antonelli (18) den Circuit Gilles-Villeneuve in einem weißen Mercedes SUV.

Um 20.06 Uhr veröffentlichen die Stewards ihr erstes Urteil. Oliver Bearman (20/Haas). Er wird verwarnt, weil er in Kurve 14 regelwidrig wieder auf die Strecke eingeschert ist.

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Quelle: AP

Die nächsten Urteile folgen wenig später. Unter anderem bekommt Norris für seinen Crash eine Fünf-Sekunden-Strafe.

Um 21.09 Uhr dann das Urteil, auf das alle gewartet haben! Der Weltverband Fia teilt mit, dass der Protest von Red Bull abgewiesen wurde – er sei „unbegründet“.

Heißt: Fünf Stunden und 20 Minuten nach der Ziel-Einfahrt darf sich George Russell endgültig als Sieger des Grand Prix von Kanada fühlen.

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