Letzte Saison hatten die Niners Chemnitz überraschend den Fiba Europe Cup gewonnen. Jetzt wollen die MHP Riesen Ludwigsburg das Kunststück wiederholen.
Beim polnischen Tabellenführer Anwil Wloclawek holte das Team von Trainer John Patrick ein 92:84 (45:40). Und steht nach dem vierten Sieg im vierten Spiel der zweiten Gruppenphase als erstes Team vorzeitig im Viertelfinale des vierthöchsten europäischen Basketball-Wettbewerbs!
Für die verletzungsgeplagten Riesen („ohne vier“) war es die dritte Partie in sechs Tagen. Gut, dass da die zuvor verletzten oder kranken Hunter Maldonado, Jacob Patrick und Kellan Grady mit in die 100.000-Einwohner-Stadt nordwestlich von Warschau reisten und ihr Comeback gaben.
Das Hinspiel hatten die Ludwigsburg Anfang Dezember mit 86:81 gewonnen. Diesmal sicherten sie sich mit einem starken Schlussviertel den Sieg. Bester Werfer war Dauerbrenner Yorman Polas Bartolo (39) mit 24 Punkten.
Riesen-Boss Alexander Reil (56) hatte vor der Saison gewettet, dass er mit dem Rauchen aufhört, wenn die Ludwigsburger ihren ersten Titel holen. Der Liga-Präsident qualmt seit mehr als 30 Jahren, am liebsten Sumatra-Zigarillos der dänischen Traditionsmarke „Nobel Petit“. Wenn es sportlich weiter so gut läuft, wird die Luft bei den Riesen im Frühjahr deutlich besser …
Towers machen Trainer stolz
Hamburgs Jordan Barnett (r.) war mit 18 Punkten erneut Top-Scorer der Türme
Die Veolia Towers auf Abschieds-Tour im EuroCup. Schon vor der Reise in die türkische Hauptstadt Ankara war klar, dass die Hamburger die Titel-Runde nicht mehr erreichen können. Trotzdem ließen sich beim Play-off-Kandidaten Turk Telekom nicht hängen und verloren „nur“ mit 65:77 (31:46).
„Ich bin extrem stolz auf mein Team“, sagte Trainer Benka Barloschky (37). „Wie sie heute gespielt haben, war unglaublich.“
Denn neben den Langzeitverletzten Benedikt Turudic (27/Bandscheibe) und Zsombor Maronka (22/Fuß) fielen kurzfristig auch noch Niklas Wimberg (28/Rippe) sowie der angeschlagene Johnathan Stove (29) aus. Damit stand den Türmen mit Center Kur Kuath (26) nur noch ein einziger ihrer etatmäßigen „Großen“ zur Verfügung.
Um die Ausfälle auszugleichen, bekamen die jungen Wilden Fabian Giessmann (19), Jared Grey (19) und Leif Möller (21) deutlich mehr Minuten.
Papa ist nicht begeistert: Dieser Wonneproppen findet LeBron doof
Das Hinspiel im zweithöchsten europäischen Wettbewerb hatten die Türme Ende Oktober überraschend mit 89:77 gewonnen. Doch unter diesen Vorzeichen hatten die Hamburger Jungs keine echte Chance gegen die gestandenen Profis von europäischem Format.
Zur körperlichen Unterlegenheit kam in der ersten Hälfte auch noch eine unterirdische Trefferquote: nur zwei von 19 Dreier-Versuchen flogen durch den Korb (10,5 Prozent), über das gesamte Spiel waren es vier von 34 (11,8 Prozent). So ist es schwer, zu gewinnen…
Ausgerechnet der gebürtige Hamburger Ismet Akpinar (29) stellte das Ergebnis per Dreier zum ersten Mal auf 10-Punkte-Vorsprung (19:9/9.) für Ankara. Bei denen auch Kay Bruhnke (23/Bayreuth) erste EuroCup-Minuten sammeln durfte. Der Neu-Nationalspieler war letzte Woche aus Litauen zum Zehnten der türkischen Süper Lig gewechselt.
Dass es keine Komplett-Demontage wurde, lag daran, dass die Towers gut verteidigten, mit Herz kämpften und sich 21 Offensiv-Rebounds holten. Barloschky: „Es war eine unserer besten Defensiv-Leistungen bisher. Wir haben defensiv unser Herz auf dem Feld gelassen. Das war ein wirklich großes Spiel für mein Team.“
Die Belohnung: 1:28 vor Schluss kämpften sich die Hamburger sogar noch mal auf fünf Punkte (65:70) ran. Ankara blieb cool, tat das Nötigste und holte letztlich ungefährdet den Sieg.
Bester Werfer war Jordan Barnett (29) mit 18 Punkten. Kuath schaffte mit 10 Punkten und 11 Rebounds ein sogenanntes „Double Double“.
Für die Towers steigt das wichtigere Spiel der Woche nun am Freitag in der Easycredit BBL bei Erzrivale Niners Chemnitz (20 Uhr, Dyn).[–>



