Wie geht es nach den verpassten Play-offs in der Euroleague und dem Halbfinal-Aus im BBL-Pokal weiter beim FC Bayern Basketball? Vor dem sportlich unbedeutenden Sieg in der Königsklasse gegen Schlusslicht Asvel Villeurbanne (93:83) sprach der neue kaufmännische Geschäftsführer der Münchner, Adrian Sarmiento (39), bei „Magenta Sport“ Klartext.
„Ich habe nach wie vor einen großen Glauben an das Team“, bekräftigte der Nachfolger von Marko Pešić (49). Und gab im Anschluss den Meisterbefehl: „Wir müssen den nationalen Titel gewinnen, ganz klar.“
Im Gespräch mit Moderator Jan Lüdeke (40) ging es dann auch um die sportliche Zukunft des FC Bayern. Denn klar ist: Interimstrainer Svetislav Pešić (76) hört am Saisonende auf. „Wichtig ist, dass wir von unserer sportlichen Strategie her das richtige Team auch im Trainer-Staff zusammenstellen“, sagte Sarmiento. „Wir brauchen einen Trainerstab, der einen unglaublich komplexen Spielkalender bewältigen kann. Der auf der einen Seite ein Team, das aus vielen deutschen Kernspielern hoffentlich lange weiter bestehen wird, führen kann. Der junge Talente auch ranführt, der aber sicher auch den einen oder anderen erfahrenen Euroleague-Spieler, den wir immer wieder brauchen, führen kann.“
FC Bayern Basketball: Nach Euroleague-Aus: Geschäftsführer Adrian Sarmiento spricht über neuen Trainer
Deswegen gäbe es nicht DAS Anforderungsprofil. Sarmiento weiter: „Alt, jung – am Ende ist es wie immer: Ein Team ist eine Gesamtkonstellation und wir brauchen einen Trainer, ein Trainerteam, das zu unserer strategischen Ausrichtung passt. National wollen wir die Titel gewinnen mit jungen deutschen Spielern, die wir nach und nach mehr und mehr in unser Team integrieren, bis hin zur Profimannschaft. Und dann auch europäisch uns weiter Schritt für Schritt nach vorne arbeiten. Vom Play-off-Contender wollen wir irgendwann auf lange Sicht ein Team sein, das auch das Final Four gucken kann. Das ist ein langer Weg, aber dafür treten wir an.“
Auffällig: Seit dem Wiederaufstieg 2011 hatte der FC Bayern Basketball acht verschiedene Trainer, aber nur zwei davon blieben zwei Jahre oder länger: Pešić (2012 bis 2016 und aktuell) sowie Andrea Trichieri (56/2020 bis 2023). „Langfristige Strategie ist ein ganz wichtiger Schlüssel zum Erfolg“, betonte Sarmiento bei Magenta. „Gerade wenn man, wie Bayern München, in einer Position ist, wo man im Wettbewerb sicherlich nicht zu den finanzstärksten Klubs gehört. Wir haben im Sport eine Strategie, wo wir Erfolg durch Entwicklung sicherstellen wollen. Und durch Innovation an der einen oder anderen Stelle. Und das geht eigentlich immer nur, wenn man langfristig mit einem Trainer zusammenarbeitet.“
Klar ist, dass Pešić, der in München lebt, dem Klub mit seiner Erfahrung und seinem Fachwissen erhalten bleiben soll. Sarmiento: „Es ist jetzt noch zu früh, um über seine Zukunft zu sprechen. Aber ganz klar ist, dass es immer, wenn wir eine Chance haben, mit Svetislav Pešić weiterzuarbeiten, erstmal eine tolle Situation ist. Da müssen wir auf jeden Fall dankbar sein. Deswegen glaube ich auch, dass wir da hoffentlich einen guten gemeinsamen Weg finden. Aber jetzt ist der Fokus voll darauf, die Saison erfolgreich zu Ende zu bringen.“
Und das geht nur mit der Meisterschaft!

