Die Veolia Towers wanken weiter.
Im EuroCup verloren Hamburgs Basketballer auch das sechste Pflichtspiel der neuen Saison, kassierten bei Aris Thessaloniki ein 76:98 (28:45). Im Jahr zuvor hatten die Türme im zweithöchsten europäischen Wettbewerb noch beide Partien gegen die Griechen gewonnen. Jetzt setzte es gegen sie zum sechsten Mal in Serie mehr als 90 Punkte.
„Wir haben unsere Würfe nicht getroffen“, sagte Trainer Benka Barloschky (37). „Wir haben ein Auswärtsspiel verloren. Wir sind nicht zufrieden mit der Niederlage, aber wir machen weiter.“
Für den zehnmaligen griechischen Meister Aris Thessaloniki war es das erste Heimspiel der neuen Saison. Darum war die 1966 eröffnete Nick Galis Hall ausverkauft. Die fanatischen Fans von Aris sind berühmt-berüchtigt. Beim Gastspiel vergangenen November reisten 500 Gelb-Schwarze nach Hamburg und die Polizei erklärte das Duell zum Sicherheits-Spiel!
Dieses Mal waren es 5000! Und die sorgten mit einem Konfetti-Inferno dafür, dass die Partie nach nur einer Sekunde wieder unterbrochen wurde. Denn mit dem ersten Sprungball entfesselten die Anhänger einen unglaublichen Regen aus weißen Papierschnipseln.
Es dauerte geschlagene acht Minuten, bis die Konfetti-Berge vom Parkett gefegt waren und es endlich richtig losgehen konnte.
Die Towers kühlten in der Wartezeit ab und wurden mit den ersten Angriffen überrollt. Dann fingen sie sich, verteidigten besser und erarbeiteten sich im ersten Viertel sogar die Führung (12:11/8.). Doch im Anschluss legte Aris einen 7:0-Lauf hin. Die frühe Vorentscheidung – schon am Ende des ersten Viertels.
Denn Aris PLUS die Energie der 5000 waren zu viel für die verunsicherten Hamburger, die erneut in der Defensive katastrophale Aussetzer zeigten und nur unterirdische 4 von 23 Dreiern trafen (17,4 Prozent).
Topscorer der Griechen war Bryce Jones (31/16 Punkte). Als bester „Turm“ überzeugte erneut Center-Talent Zacharie Perrin (21) mit 14 Punkten und 14 Rebounds. Enttäuschend dagegen wieder der als Scharfschütze verpflichtete Eric Reed Jr. (25). Auch gegen sein Ex-Team konnte der Ami (nur 9 Punkte) keine Akzente setzen.
Spektakulärer Abflug: Basketball-Star kracht in VIP-Sessel
Weil Verstärkungen nicht in Sicht sind, wird nun Niklas Wimberg (29) zum Hoffnungsträger. Der Ex-Nationalspieler hatte sich in der Vorbereitung den Finger gebrochen. Jetzt begleitete der Big Man das Team nach Thessaloniki, wurde aber noch nicht eingesetzt. Barloschky: „Es ist ab jetzt eine Day-to-Day-Entscheidung, wann er wieder voll einsteigen kann. Er ist sehr nah dran.“
Vor einem Jahr hatte sich der Pechvogel das Bein gebrochen und kam erst im Januar wieder in Schwung. Barloschky: „Ein Vorteil war dieses Jahr, dass es der Finger war und er in der Zeit seinen ganzen Körper belasten konnte. Er konnte weiter Krafttraining machen, mit der anderen Hand mit dem Ball arbeiten und auf dem Spielfeld sein. Das wird ihm erlauben, etwas schneller zurückzukehren.“
Vielleicht schon am Sonntag in der Easycredit BBL beim Heimspiel gegen die Telekom Baskets Bonn (18 Uhr, live Dyn).

Mit Maskenmann! Chemnitz feiert historischen Sieg
Jubel dagegen in Chemnitz. In Gruppe B holten die Niners im ersten Heimspiel im EuroCup beim 86:67 (33:20) gegen Lietkabelis Panevezys aus Litauen den ersten Sieg!
Und das ohne die Verletzten Kaza Kajami-Keen (Oberschenkel), Julian Steinfeld (Patella-Sehne), Roman Bedimie (Schulter-OP) und John Newman (Jochbeinbruch).
Kostja Mushidi hatte sich Sonntag in Heidelberg die Nase gebrochen, spielte aber mit Spezialmaske knapp 21 Minuten (11 Punkte). Die Eisen-Nase: „Das gibt mir was, noch mal Extra-Selbstvertrauen. Klar ist das nicht ideal, aber da musst du durch als Profi-Sportler. Aber ich will mich nicht beschweren und darüber lamentieren, wie hart mein Leben ist. Es ist eine große Ehre, wieder hier in Chemnitz zu spielen, vor den Fans. Das gibt mir so viel Antrieb – dann scheiß‘ ich auf alles.
Bester Punktesammler war Ty Brewer (19). Kevin Yebo (13 Punkte, 6 Rebounds) wurde zum Spieler der Partie gewählt: „Wir sind mit einer Menge Energie rausgekommen, wir haben Würfe getroffen, wir haben unsere Vorgaben gut umgesetzt. In der zweiten Hälfte wollten wir es zu sehr erzwingen, haben aber ein starkes Finish hingelegt.“

