Der Jubel beim Schlusspfiff war scheinbar grenzenlos. Es war, als würde das ganze Stadion an der Anfield Road, ein ganzer Verein kollektiv aufatmen.

Für den FC Liverpool war der 1:0-Sieg im Top-Spiel der Champions League gegen Real Madrid nach den schlechten Ergebnissen zuletzt in der Premier League ein echter Befreiungsschlag.

Nach Hakimi-Verletzung: Kompany äußert sich zu Brutalo-Aktion

Quelle: AP, BILD

Für die Königlichen und Trainer Xabi Alonso, der an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt war, war es dagegen ein Rückschlag. Die zweite Niederlage im 15. Pflichtspiel. Und die zweite Niederlage im dritten Härtetest der Saison – nach dem 2:5 im Derby bei Atlético und dem 2:1-Erfolg im Clasico gegen den FC Barcelona.

Zum ersten Mal in dieser Spielzeit blieb die hochgelobte Real-Offensive ohne eigenen Treffer. Was natürlich für Kritik sorgte – auch bei Ex-Real-Star Gareth Bale. Der Waliser war an der Seite von Thierry Henry als Experte für den TV-Sender CBS im Einsatz, urteilte überraschend deutlich über die Top-Stars Kylian Mbappé und Vinicius Jr., meinte: „Ich glaube, es ist einfach kein Funke übergesprungen, wir haben von Mbappé und Vinicius im letzten Drittel nicht gesehen, wie sie ein wenig Magie entfaltet und Madrid wieder ins Spiel gebracht haben. Es war ein wenig enttäuschend, dass es in diesem letzten Drittel nicht wirklich die Qualität gab, die man von den Spielern von Real Madrid erwartet.“

Gareth Bale ist nach dem Ende seiner aktiven Karriere als TV-Experte tätig

Gareth Bale ist nach dem Ende seiner aktiven Karriere als TV-Experte tätig

Foto: UEFA via Getty Images

Für Bale war das System, das Alonso in Liverpool spielen ließ, mitentscheidend für die Offensiv-Flaute: es fehle ein echter Neuner im Strafraum, an den Vini Jr. und Mbappé ihre Flanken adressieren könnten: „Es ist frustrierend, ich glaube, das macht die Sache kompliziert. Manchmal müssen sie es einfach versuchen und den Verteidiger testen. Sie sind eindeutig schneller als alle anderen auf dem Platz. Aber ich glaube, sie tun es vielleicht nicht, weil niemand im Strafraum auf die Flanken wartet. Vielleicht braucht man diese Nummer neun als Anspielstation.“

Alonso hatte mit Mbappé in der Spitze spielen lassen, dahinter mit Vinicius, Jude Bellingham und Eduardo Camavinga.

ttn-36