Vertauschte Rollen in Gladbach!
Die einen gingen mit einer Erfolgsserie ins Spiel und als Verlierer vom Platz. Die anderen reisten mit neun Pflichtspiel-Pleiten in Folge an – und feierten einen unerwarteten Pokal-Erfolg.
St. Pauli gewinnt überraschend mit 2:1 bei der Borussia, zieht ins Pokal-Viertelfinale ein!
Derweil hält die Serie in der Hauptstadt. 7. Sieg in Serie für Hertha – und was für einer! Jetzt fehlen nur noch zwei weitere bis zum möglichen Heim-Pokalfinale in Berlin …
Beim 6:1-Sieg im Achtelfinale gegen Kaiserslautern versetzen die Gastgeber und ein Rekord-Torschütze das Olympiastadion schon mal in Feierlaune.
Heftige Worte wegen Neuer: „Mich langweilt das langsam! Ödet mich an!“
Gladbach – St. Pauli 1:2
Das Bundesliga-Duell zwischen Gladbach und St. Pauli hatte es erst vor rund vier Wochen in der Bundesliga gegeben – am 1. November siegte Gladbach auswärts in Hamburg deutlich mit 4:0. Eine von zuletzt neun Liga-Pleiten in Serie für St. Pauli. Doch auch diesmal jubeln am Ende die Gäste.
Kurz vor der Pause schockt St. Pauli die Gastgeber zum ersten Mal. Gladbachs Abwehr steht hoch, St.-Pauli-Stürmer Kaars wird von kurz hinter der Mittellinie auf die Reise geschickt, setzt sich gegen zwei Verteidiger durch und macht das 1:0 (43.).
Gladbach kommt aber gut aus der Pause und belohnt sich zehn Minuten später mit dem Ausgleich. Honorat verarbeitet einen langen Ball perfekt und bedient dann mit einer perfekten Flanke Haris Tabakovic, der nur noch einköpfen muss – 1:1 (56.).
In der Schlussphase dann der K.o. für Gladbach. Louis Oppie legt sich den Ball im Strafraum vom linken auf den rechten Fuß, zieht ab und erzielt das Siegtor (83.).
Das Aus für Gladbach – und ganz viel Pokal-Lust gegen den großen Liga-Frust zuletzt für die Hamburger!
Hertha BSC – Kaiserslautern 6:1
Nach einem katastrophalen Rückpass von Lauterns Gyamfi genau in den Lauf von Hertha-Stürmer Luca Schuler, der Pokal-Torwart Simoni mit Tempo umkurvt und souverän ins leere Tor vollendet, gehen die Berliner früh in Führung (6.).
Eine Viertelstunde später folgt der Auftritt von Marten Winkler. Nach einem abgeblockten Schuss bekommt er den Ball tief in der eigenen Hälfte und legt ein 70-Meter-Solo hin. Nach langem Sprint tanzt er noch die Lautern-Verteidigung aus und schiebt zum 2:0 ein.
Hertha jetzt wie im Rausch!
Erst ein Lattenknaller von Cuisance, dann ein Traumpass von Dardai, den Winkler clever durchlässt – plötzlich ist der 16-jährige Kennet Eichhorn durch und trifft zum 3:0 (31.). Das erste Profi-Tor überhaupt des jüngsten und wertvollsten (6 Millionen Marktwert) Spielers der zweiten Liga. Gleichzeitig löst er mit seinem Treffer Ex-BVB-Star Jude Bellingham als jüngsten Torschützen in der Geschichte des DFB-Pokals ab.
In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit gelingt Lautern-Kapitän Ritter aus knapp 20 Metern noch das 1:3. Das erste echte Offensivzeichen der bis dahin eher harmlosen Gäste. Nach dem blutleeren Auftritt in Braunschweig (0:2) hatte Trainer Lieberknecht die Einstellung seiner Spieler hinterfragt und an ihre Mentalität appelliert. Der Effekt: überschaubar.
Auch in der zweiten Halbzeit ist Hertha über Konter brandgefährlich, einen davon verwandelt Schuler mit seinem zweiten Treffer (60.) zum 4:1, Simoni macht dabei eine unglückliche Figur. Die beiden eingewechselten Kownacki (75.) und Krattenmacher (80.) stellen noch den 6:1-Endstand her.

