Nach der Party folgt der Kater …
In der vergangenen Spielzeit schnupperte Ratiopharm Ulm noch am Meistertitel, zwang Top-Favorit Bayern München ins entscheidende fünfte Spiel. In der neuen Spielzeit der Easycredit Basketball-Bundesliga ist nach starkem Beginn plötzlich der Wurm drin bei der Truppe von Trainer Ty Harrelson (45).
0,3 Sekunden vor Schluss!: Buzzer-Beater lässt alle ausrasten
Letzter Beleg: Die vierte Liga-Pleite hintereinander am Samstag bei den Telekom Baskets Bonn (79:81) – die per dramatischem Buzzer-Beater besiegelt wurde (s. Video oben).
Die Folge: Die Ulmer rutschten auf Bundesliga-Rang 13 ab. Tabellen-Niemandsland. Harrelson hinterher bedient: „Es tut weh, bereits zum zweiten Mal eine so physische und intensive Partie in letzter Sekunde zu verlieren. Wir müssen einen Weg finden, damit umzugehen und weiter an uns arbeiten.“
Dabei legte sein Team einen so famosen Saisonstart hin, gewann die ersten fünf Pflichtspiele allesamt. Es schien nahtlos so weiterzugehen, wie in der erfolgreichen Vorsaison. Und das trotz des Mega-Umbruchs inklusive des Verlusts von Top-Star Karim Jallow (Bologna) und den USA-Abgängen der Supertalente Ben Saraf (Brooklyn Nets) und Noah Essengue (Chicago Bulls).
Ulmer Krise: Sechs Pleiten aus den letzten sieben Spielen
Doch dann der Knacks. Es folgten sechs Niederlagen aus den jüngsten sieben Pflichtspielen. Der Vize-Champion befindet sich plötzlich in einem gefährlichen Abwärtsstrudel. Sportlich und personell.
Denn zum Spiel- gesellte sich auch noch Verletzungspech. Erst war die Freude über die Rückkehr vom Langzeitverletzten Tommy Klepeisz groß. Doch diese währte nur ganze vier Spiele, dann verletzte er sich gegen London vergangene Woche erneut – Ausfallzeit ungewiss.
Bitter: Wegen Klepeisz‘ Comeback hatte man auch Bryce Brown ziehen lassen, den Vertrag mit dem enttäuschenden Sommer-Neuzugang nach nur wenigen Monaten wieder aufgelöst. Jetzt fehlen beide. Obendrein verletzte sich gegen Bonn auch noch Ulms Topscorer Chris Ledlum (18,6 Punkte im Schnitt), als er auf einer nassen Stelle auf dem Parkett ausrutschte. Wie schlimm es ihn erwischt hat, ist noch offen. Nachverpflichtungen sind jedenfalls nun nicht mehr ausgeschlossen.
Wegen der Viertelfinalspiele im Pokal, aus dem Ulm durch die 68:90-Niederlage bei Alba Berlin Mitte Oktober bereits hochkant rausflog, hat man im Anschluss an das Eurocup-Spiel gegen JL Bourg am Dienstag (19 Uhr live bei Dyn) ein freies Wochenende vor Augen.
Zeit, die man nutzen will. Und muss. Denn anschließend kommt es in der Liga zur Neuauflage des letztjährigen Playoff-Finals gegen die Bayern (23. November, 16.30 Uhr live bei Dyn/Anzeige). Diesmal unter ganz anderen Voraussetzungen als noch im Juni.
Oder wie es Coach Harrelson vor Kurzem formulierte: „Wir haben weiterhin noch viel Arbeit vor uns.“


