Jetzt hat es auch das letzte noch ungeschlagene Team in der Easycredit Basketball-Bundesliga erwischt!

Tabellenführer Syntainics MBC verliert gegen die MHP Riesen Ludwigsburg verdient 82:93.

Dabei feiert bei den Riesen der neue Point Guard Toms Skuja (kam unter der Woche von Rigas Zelli) ein erstmal brutal unglückliches Debüt …

Foto: BILD

Der Lette wird nach 3:27 Minuten eingewechselt – und erlebt ganz harte erste 86 Sekunden in der BBL.

  • 3:27 Minuten gespielt. Noch bevor der Ball eingeworfen wird, foult Skuja Spencer Reaves.
  • 3:56 Minuten gespielt. Skuja hat zwischenzeitlich mit einem schicken Pass einen Dreier-Versuch vorbereitet, foult dann unterm eigenen Korb Foster.
  • 4:53 Minuten gespielt. Skuja checkt wieder Reaves weg, zieht sein drittes Foul. Der Lette muss wieder auf die Bank, Patrick kommt für ihn.

Dyn-Kommentator Patrick Fritzsche kann’s kaum fassen: „Boah! Und Skuja hat jetzt drei persönliche Fouls nach fünf Minuten. Also, das ist ein BBL-Debüt … Sehr unglücklich. Da haben sie dem was erzählt, dem armen Jungen, vom physischen Basketball in Deutschland und dann spielt er physisch und steht bei drei persönlichen Fouls.“

Basketball: Tabellenführer Syntainics MBC kassiert erste Pleite gegen MHP Riesen Ludwigsburg

Beim Tabellenführer läuft noch weniger als bei Skuja, der MBC trifft gefühlt nichts, lässt nicht nur Dreier, sondern auch haufenweise Freiwürfe liegen. Als Tischler zum 20:37 dunkt, hat Trainer Marco Ramondino genug, brüllt seine Mannschaft in der Auszeit zusammen: „Wer ist schuld, wenn wir einen Freiwurf nicht treffen? Wessen Fehler? Wir laufen rum wie enttäuschte Kinder! Offene Würfe verworfen, Freiwürfe verworfen und danach sind wir dann auch noch schwach in der Abwehr! Das ist Kinder-Verhalten! Wir verwerfen vorne und dann hören wir einfach auf hinten!“

Die Worte zeigen Wirkung, von 20:39 kommt der Pokalsieger Stück für Stück ran. Ex-MVP John Bryant verwandelt zwei Freiwürfe zum 32:39, dann tritt wieder der wohl unglücklichste Debütant aller Zeiten auf den Plan …

Skuja kommt 1:29 Minuten vor der Halbzeit zurück auf den Court, gerät beim Ball-Vortrag direkt unter Druck und wirft einen Pass Richtung Tischler, den der Nationalspieler nicht kontrolliert bekommt – Ballverlust!

Um Rebounds zu erklären: Basketball-Legende Schaffartzik schiebt Ton-Mann rum

Teaser-Bild

Quelle: DYN

Beim MBC dagegen läuft der Kapitän heiß, Charles Callison geht mit zwölf Punkten in die Pause, versenkt seinen dritten Dreier zum 35:39. Auf der Gegenseite setzt dann Skuja zum Dreier an, doch das Pech bleibt dem Letten treu … Immerhin: Den Rebound stopfen die Riesen, Top-Scorer Traveon Buchanan setzt noch einen Dreier oben drauf, Ludwigsburg geht mit neun Vorsprung in die Kabine.

Skuja steht da schon nicht mehr auf dem Feld, er wird nach 71 Sekunden Spielzeit wieder runtergenommen. Die Bilanz seiner ersten BBL-Halbzeit: 2:37 Minuten Spielzeit, ein Fehlwurf, drei Fouls. Klassischer Fall von: Es kann nur besser werden …

Gilt übrigens auch für die Freiwürfe beider Mannschaften: Ludwigsburg trifft sieben von zwölf Würfen, der MBC sogar nur acht von 18!

In der Pause ist Fußball-Profi Niklas Kastenhofer bei WELT- und Dyn-Kommentator Fritzsche zu Gast – und überrascht mit einem offenen Geständnis: Er schaut lieber Basketball als Fußball!

Der Innenverteidiger vom SV Babelsberg, der für Lübeck und Halle auch schon 63 Drittligaspiele absolviert hat: „Die Liebe kommt daher, dass es einfach ein geiler Sport ist, daüber müssen wir nicht diskutieren. Solche Spiele wie heute: Du bist fast 20 hinten, auf einmal geht’s wieder ganz schnell, genau deswegen gucke ich auch lieber Basketball, weil es ist für mich einfach viel intensiver, viel schnelllebiger.“

Kastenhofer schätzt die Leistungen von Basketball-Profis sogar in manchen Teilen höher ein als die von ihm und seinen Kollegen: „Wenn ich in so einer engen Halle spiele, ist es nochmal ein bisschen was anderes als im Fußballstadion, weil hier ist es geschlossen. Du nimmst gefühlt alles wahr, was dir der Nachbar zuschreit. Die Arschloch-Kommentare, die von der Seite kommen, kannst du beim Basketball geiler aufsaugen. Diesem Druck wären viele Fußballer, glaube ich, nicht gewachsen, deswegen Riesen-Respekt an die Basketballer.“

Die zweite Hälfte startet wild – und endlich mit einem Erfolgserlebnis für Skuja! Seinen Pass verwertet Routinier WoBo zum 52:41, erster Assist für den neuen Spielmacher. Es bleibt ein schwieriges Spiel für den Letten, in der nächsten Aktion versucht er, ein Foul zu ziehen, legt aber ohne großen Kontakt eine Bruchlandung hin und verliert den Ball.

Aber Skuja zeigt, dass er kein Quitter ist: 6:37 Minuten sind gespielt im dritten Abschnitt, der Guard bekommt den freien Dreier und versenkt ihn eiskalt zum 58:41! Die Skuja-Erlösung! Sofort dreht er sich zur Bank, brüllt seine Erleichterung raus. Es gibt wohl kaum jemanden, der ihm nach diesem schweren Spiel bis dahin diese Punkte nicht gönnt …

Das war’s! Skuja (2. v. r.) räumt Blomgren ab, das Spiel ist für ihn vorbei

Das war’s! Skuja (2. v. r.) räumt Blomgren ab, das Spiel ist für ihn vorbei

Foto: Dyn

Ludwigsburg spielt die Partie dann gut zu Ende, für Skuja kommt es, wie es kommen muss: 1:25 Minute vor Schluss schickt er Blomgren mit einem harten Foul auf die Bretter, es ist sein fünftes, die Partie ist für ihn beendet. Den MHP Riesen wird’s egal sein, sie gewinnen mit 93:82.

Beste Scorer: Callison beim MBC mit 16 Punkten, Buchanan schafft an seinem 27. Geburtstag 32 Zähler für Ludwigsburg.

ttn-36