Krimi in der Königsklasse: Die FC Bayern Basketballer siegen bei Roter Stern Belgrad 85:80 (50:43) – Doch der Sieg kommt wohl zu spät: Rund 20 Siege braucht es in der EuroLeague, um zumindest die Play-Ins um die Endrunde zu erreichen. Mit aktuell dreizehn Siegen und noch acht ausstehenden Spielen ist es rein rechnerisch zwar noch möglich für die Münchner, doch dafür bräuchte es ein Basketball-Wunder.
Für Svetislav Pesic (76) wird es ein Wiedersehen der ganz besonderen Art: Der bisherige serbische Nationaltrainer coachte Roter Stern zweimal (2008 – 2009 und 2011 – 2012). Den aktuellen Trainer von Belgrad, Sasa Obradovic (57), coachte er viele Jahre lang, u.a. bei Alba Berlin. Später lieferten sich die beiden vier Jahre lang Hass-Duelle, als Obradovic Berlin und Pesic in München coachte (2012-16). Als Pesic die Halle betritt, wird er herzlich und mit viel Applaus der 20.000 Fans begrüßt.
Die Bayern starten gut, können im ersten Viertel den Takt angeben, machen kaum Fehler und führen souverän 23:17 – Pesic spendet von der Seitenlinie Szenenapplaus.
Dann wird es emotional: Die Bayern haben einen Lauf, beim Stand von 33:20 passiert es: Beim Time-out der Serben verpasst Belgrads Center Ebuka Izunda im Vorbeigehen Bayerns Xavier Rathan-Mayes eine Kopfnuss. Am Ende gibt es aber nur Freiwürfe und Ballbesitz für die Bayern.
Kurios: Welt- und Europameister Andi Obst hat nach einem Spielzug zu viel Tempo und landet auf dem Schoss von zwei verdutzen Belgrad-Fans an der Seitenlinie. Die Bayern bleiben cool, ziehen zwischenzeitlich auf bis zu 15 Punkten davon und gehen mit einer 50:43-Führung in die Halbzeit.
Können die Bayern das gute Niveau halten?
Nach der Pause dreht Belgrad auf, im dritten Viertel sind sie auf bis zwei Punkte (56:58) dran – Pesic nimmt die Auszeit. Doch die Bayern wackeln, die so wichtigen Obst-Dreier (bis dahin nur 1:7) bleiben aus. Bitter: Im letzten Viertel müssen die Bayern fast fünf Minuten auf ihren ersten Punkt warten. Doch am Ende siegen die Bayern mit 85:80 – bester Werfer am Ende Andi Obst (16 Punkte).
Coach Pesic bei Magenta TV: „Belgrad kann eigentlich viel besser spielen. Ich bin stolz, dass wir so ein Team besiegt haben. Dieser Sieg kann uns viel Selbstbewusstsein geben. Für mich ist das hier sehr emotional.“
Weiter geht es für die Bayern in der BBL am Dienstag (20 Uhr, live bei DYN) gegen Braunschweig.

