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Es ist angerichtet: Traumfinale in der Easycredit Basketball-Bundesliga! Die Bayern, Titelverteidiger und Erster der Hauptrunde, gegen Alba Berlin, elfmaliger Deutscher Meister und Zweiter der Hauptrunde. Am Freitag steigt Spiel eins der Serie „Best of Five“ in München (20.30 Uhr, live bei Dyn). Die Bayern gehen ausgeruht in die Endspielserie, bügelten Trier und Bonn jeweils mit 3:0-Siegen vom Parkett. Die Berliner dagegen rieben sich erst gegen Vechta und dann gerade im Halbfinale gegen Bamberg in fünf intensiven Spielen auf. Kleiner Vorteil für Bayern also, die als Favorit im Finale gelten.

Foto: Dyn

Das sieht auch Dyn-Kommentator Michael Körner (58) so. „Körni“ zu SPORT BILD: „Ich habe vorher gesagt, ich glaube nicht, dass die Bayern in den Playoffs ein Spiel verlieren. Dabei bleibe ich. Die Sache bei den Bayern ist ja, du weißt nie genau, wer spielt. Die haben keine Aufstellung in dieser Saison, wo du sagst, okay, das ist jetzt genau die Idee und dann gibt es einen Wechsel und dann kommt der für den – oder wie auch immer. Sie wechseln ja von Spiel zu Spiel quasi in einem 16-Mann-Kader durch. Da spielt mal McCormack, dann mal Gabriel, dann mal ein anderer, also sie wechseln dauernd. Deswegen habe ich unheimliche Schwierigkeiten, so identitätsmäßig zu sagen, da kann man die Bayern packen, da kann man die Bayern nicht packen. Individuell sind die stärkste Mannschaft, und ob sie jetzt das beste Team sind, um Alba dreimal schlagen, würde ich aus dem Bauch heraus sagen, ja, ich glaube, die Bayern sind favorisiert.“

Sieht die Bayern als Favoriten: Dyn-Kommentator Michael Körner

Foto: Eibner-Pressefoto

Ein Problem für Pedro Calles. Egal, was er plant, so richtig Klarheit hat der Alba-Trainer erst kurz vor Spielbeginn. Körner: „Das ist das Hauptproblem für alle Trainer in dieser Saison. Also du kannst mit jedem Trainer der Mannschaft, die gegen die Bayern spielen, ca. eine Stunde vor dem Spiel sprechen, dann sagen die, ich habe keine Ahnung, wer spielt. Das ist die größte Stärke der Bayern und die größte Schwäche gleichzeitig. So einen übervollen Kader zu haben und sozusagen gerade während der Doppelbelastung so ein bisschen durchrotieren zu können oder während Verletzungen einfach zu sagen, gut, dann spielt der mal nicht. So wie jetzt Andi Obst, der einfach nicht spielte.“

Dyn-Kommentator Michael Körner über Basketball-Traumfinale: Das muss Bayern gegen Alba besser machen

So viel ist klar: Alba, gerade die Spielmacher, bekommt Probleme, wenn sie physisch hart attackiert werden bei Ballbesitz. Ein Ziel für Pesic, erst recht, wenn man auf die Playoff-Serien gegen Trier und Bonn blickt. Alba hart anzugehen, der Schlüssel für München? Körner: „Ich glaube schon, weil die Probleme, die die Bayern hatten, wenn sie nicht gut verteidigt haben, das haben sie häufiger mal nicht getan in einem ersten Viertel oder in einer ersten Hälfte, dann war das eben auch nichts. Insofern gehe ich davon aus, das haben sie bisher auch verpennt, im ersten Spiel gegen Trier zum Beispiel auch, dass sie von Beginn an physisch verteidigen. Eigentlich müssen sie gegen Berlin von Beginn an sehr viel härter verteidigen, als sie das vielleicht über weite Strecken gemacht haben. Und du siehst es ja bei Hermannsson, der fühlt sich nicht wohl bei physischer Härte. Wenn du den an der Mittellinie mit zwei Leuten abfängst, dann ist schon ein Problem da.“

‘Big Man‘ Mike Rataj lieferte gerade im 5. Spiel gegen Bamberg eine Riesen-Leistung ab

Foto: Andreas Gora/dpa

Also keine Chance für Alba? Vielleicht könnte der jüngste Neuzugang der Berliner zum X-Faktor mutieren: Mike Rataj (22). Der ‘Big Man‘, 2,04 Meter groß, kam erst vor wenigen Wochen vom College aus den USA zu Alba. Für einen Center etwas zu klein geraten, noch ganz neu in der BBL und dennoch schon ein Leistungsträger. Im 5. Spiel gegen Bamberg (97:66) beeindruckte Rataj als bester Alba-Werfer und effektivster Spieler (16 Punkte, 9 Rebounds). Nicht das erste Klasse-Spiel des Youngsters in den Playoffs.

Körner: „Ich glaube, was funktionieren könnte für Alba – Rataj beeindruckt ja nicht unterm Korb, weil er wäre ja eher ein kleiner Center – aber er kann Berlin vielleicht so ein bisschen ‚Spacing‘ geben. Wenn die Bayern mit McCormack spielen oder mit Gabriel, kann Rataj ein bisschen für eine Unwucht sorgen, dass die Bayern vielleicht mit einer kleineren Aufstellung spielen müssen auf den Positionen unterm Korb. Das fände ich eine gute Idee. Das wäre, glaube ich, eine Möglichkeit für Alba: Den Bayern etwas Ungelerntes entgegenzustellen, was sie vielleicht so noch nicht kennen. Der große Vorteil, den die Bayern haben, ist, dass McCormack und Gabriel in der BBL ‚unmatched‘ sind. Die können ja relativ tun und machen, was sie wollen. Wenn du sagst, wir spielen weniger mit Agbakoko auf Center und vielleicht mal den ‚Small-Ball-Faktor‘ ausspielen mit Rataj, warum nicht? Du musst gegen die Bayern alles ausprobieren. Aber das, was du vor allen Dingen machen musst, du musst ins Risiko gehen und schwierige Würfe treffen. Du darfst dich nicht aufreiben und 23 Sekunden warten, bis du im Halbfeld irgendwie zum Abschluss kommst. Du musst einfach auch ein bisschen ins Risiko gehen und die Bayern überraschen. Die Bayern haben im Prinzip keinen schlechten Verteidiger, es gibt niemanden, den du attackieren kannst. Obst und Jessup zum Beispiel sind viel bessere Verteidiger, als viele sagen. Den Einzigen, den du attackieren kannst, ist Joe Voigtmann, und ich glaube, dass Voigtmann nicht viel Spielzeit bekommen wird.“

Wie gesagt: Es ist angerichtet, es sind Finals, Baby! Freitag geht es endlich los.

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