Sollte es im siebten Jahr mit dem Aufstieg klappen, hätte der Klub bei der Kaderplanung einen klaren Grundsatz.
Die Bosse um Sportvorstand Stefan Kuntz (62) und Sportdirektor Claus Costa (40) setzen darauf, dass der Erfolg bei vielen Spielern Kräfte freisetzen würde. Der Druck, den einstigen Bundesliga-Dino endlich wieder nach oben zu führen, wäre bei Profis wie Mittelfeld-Motor Ludovit Reis (24), Linksverteidiger Miro Muheim (26) und Robert Glatzel (31/alle seit 2021 im Klub) weg, und sie könnten befreiter aufspielen. Reis und Muheim gehören auch zu den Kandidaten, die auf ihrem Posten beim Aufstieg die Nase vorn hätten (s. Schema).
Das kann nur ER: Erkennen sie diesen Außenrist-Künstler?
Fünf Erstliga-Plätze wären – Stand heute – schon vergeben. Auf der Torwart-Position wäre der HSV mit Daniel Heuer Fernandes (32) und Ersatzmann Matheo Raab (26) aufgestellt.
Bei Daniel Elfadli (27) ist offen, ob er als Innenverteidiger oder als Abräumer mehr gefragt wäre – gerade da Sechser Jonas Meffert (30) wohl das Tempo zur Bundesliga fehlt. Gelingt die Vertragsverlängerung mit Jean-Luc Dompé (29), hätte er vorne links den Platz sicher.
Offener ist die Situation auf der rechten Seite, im zentralen Mittelfeld und in der Innenverteidigung, wo der HSV nach Verstärkungen suchen müsste. Für den geliehenen Mittelfeld-Mann Adam Karabec (21/von Sparta Prag) gibt es eine (teure) Kaufoption in Höhe von rund 4,2 Mio. Euro plus Boni. Ob Innenverteidiger Dennis Hadzikadunic (26) fest von Russen-Klub Rostov verpflichtet werden kann, ist noch nicht geklärt.
Speziell ist die Sturm-Situation: Mit Glatzel, 17-Tore-Mann Davie Selke (30) und Elf-Tore-Stürmer Ransford Königsdörffer (23) stünden drei bundesligareife Angreifer bereit. Weil nicht zu erwarten ist, dass Coach Merlin Polzin (34) sein momentanes Aufstiegssystem mit nur einem Mittelstürmer nach dem Aufstieg ändert, hätte keiner seinen Platz sicher.
Auch Selke nicht, der aktuell über eine langfristige Vertragsverlängerung um mindestens zwei Jahre verhandelt.

