Es geht auch ohne Juri Knorr und Renars Uscins. Deutschlands Handballer besiegen im 2. Versuch Österreich und können nun für die EM 2026 planen.

In der mit 10.369 Zuschauern ausverkauften ZAG Arena in Hannover gewinnt die DHB-Auswahl gegen Österreich 31:26 (16:14). Im Vorjahr gelang an selber Stelle (u. a. auch gegen Österreich/34:31) die Olympia-Qualifikation.

Vor den abschließenden Partien gegen die Schweiz (7.5.) und die Türkei (11.5.) liegt die Mannschaft um Kapitän Johannes Golla (27, wurde für sein 100. Länderspiel geehrt) auf Platz 1 der Vierergruppe 7. Die beiden Erstplatzierten haben das Ticket sicher. Als einer der vier besten Gruppen-Dritten (sollte man doch noch platzen) hat Deutschland allerdings seinen EM-Platz durch diesen Sieg schon vorzeitig gebucht.

A-Jugend-Spieler mit Mega-Trick: Hinter-dem-Rücken-Treffer wird Tor des Monats

Quelle: BILD/ Daikin

Bundestrainer Alfred Gislason (65): „Ich bin sehr zufrieden heute mit dem Spiel. Wir haben sehr gut gedeckt und gut angegriffen. Und ich freue mich auch über das gute Spiel von Miro Schluroff, Nils Lichtlein, Marko Grgic, Luca Witzke und Julian Köster. Sehr solide, gute Leistung.“

Im Vergleich zum schwachen Duell am Donnerstag in Wien (26:26) rotiert Gíslason. Vor den Augen der auf der Tribüne sitzenden 17 Bundesliga-Trainer (Flensburgs Ales Pajovic coacht die Österreicher) kommt der Berliner U21-Weltmeister Max Beneke (21) für den Hannoveraner Recken Marian Michalczik (28) in den Kader. Spielmacher Juri Knorr (24) sitzt nach Erkältung zumindest auf der Bank.

Wiedergutmachung für Wien? Nach dem überraschenden Punktverlust beim Nachbarn hagelte es Kritik. Gíslason: „Es gibt keine Ausreden für diesen Punktverlust.“ Sein Kapitän Golla: „Die Enttäuschung ist groß, weil wir einfach an uns selbst scheitern.“ Auch Torhüter Andreas Wolff (34) war wütend: „Wir haben uns teilweise naiv verhalten in der Abwehr.“

An der Statik des Spiels ändert sich lange wenig. Golla & Co. mit zu wenig Tempo auf dem Weg zum Tor, zu wenig Energie. Österreich startet ohne das taktische Mittel des siebten Feldspielers, findet trotzdem immer wieder Lücken in der deutschen Deckung. 16:14 zur Pause.

Deutschland hat EM-Ticket sicher

Nach der Halbzeit wird es richtig laut in der ZAG Arena. Torwart David Späth (22) kommt für Wolff, der U21-Weltmeister ist gleich auf Betriebstemperatur, zündet mit seinen Paraden die Halle an. Österreich jetzt mit sieben gegen sechs im Angriff – dass die DHB-Auswahl (anders als in Wien) bestraft. Drei Tore kassieren die Ösis ohne Keeper.

Das Highlight: Torwart-Tor von Späth! Nach seiner dritten Parade landet sein Wurf über knapp 40 Meter in Ösi-Tor zum 18:14 (33.). Jetzt läuft’s! Späth und Co. lösen die Bremse, Gíslason lässt ein paar Jungs von der Bank los. Plötzlich sieht alles viel leichter aus. 8-Tore-Vorsprung in der 46. Minute (26:18). Am Ende wird es trotz des wieder einkehrenden Schlendrians der 34. deutsche Sieg im 41. Duell.

Beste Torschützen sind Marko Grgic (21) mit 7 Treffern und Julian Köster (24) mit 6 Toren.

Teaser-Bild

Foto: Ronny Hartmann, picture alliance / foto2press

Emotional wurde es nach dem Spiel! Die 10.000 Zuschauer erhoben sich von ihren blauen Sitzen, um einen ganz Großen in den DHB-Ruhestand zu schicken. Paul Drux (30/127 Länderspiel), der 2016 Bronze bei den Olympischen Spielen in Rio gewann, wurde von DHB-Präsident Andreas Michelmann (65) offiziell verabschiedet. Drux hatte nach schwerer Knieverletzung im vergangenen Jahr seine Karriere beendet.

Paul Drux (30) wurde nach dem Spiel offiziell als Nationalspieler verabschiedet

Paul Drux (30) wurde nach dem Spiel offiziell als Nationalspieler verabschiedet

Foto: Swen Pförtner/dpa

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