„Was hast du gemacht?“: Biathlon-Heldin Preuß rasiert ihre Trainer
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) erwägt, die Kombination aus dem Programm für die Spiele 2030 in den französischen Alpen zu streichen. Das Männer-Starterfeld wurde bereits für 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo von 55 auf 36 reduziert. Der Frauen-Kombination verweigerte das IOC für 2026 komplett die Aufnahme. Sie waren noch nie olympisch. Die Entscheidung für das Programm 2030 fällt in diesem Juni. Und wegen der verlangten Geschlechtergleichbehandlung werden die Männer UND Frauen zugelassen – oder eben beide nicht.
„Die WM in Trondheim ist extrem wichtig für uns, weil sie ein großes Schaufenster für unsere Sportart ist“, sagt Armbruster. „Das IOC schaut immer insbesondere auf die Großereignisse. Von daher wollen wir genauso spannende Wettkämpfe zeigen wie zuletzt Woche für Woche im Weltcup. Ich wünsche mir sehr, dass das IOC sieht, was für eine extreme Entwicklung wir Damen durchlaufen haben und wie das Niveau gestiegen ist. Ich hoffe, dass das wertgeschätzt wird und im Sommer die einzig richtige Entscheidung fällt.“
Die Argumente des IOC gegen die Kombination sind: zu wenige gute Nationen, zu wenig Zuschauer, zu geringe TV-Quoten, zu wenig Social-Media-Kontakte. Geiger hält dagegen: „Natürlich gibt es bei uns drei Nationen, die vorne sind. Aber das ist ganz normal und in jeder Sportart so. Es wäre komisch, wenn es zehn Nationen auf einem Niveau gäbe.“
Auch Armbruster sagt: „Ich kann die Argumente des IOC nicht nachvollziehen. Wir sind konstant mehr als zehn Nationen bei den Weltcups. Und bei der WM 2023 in Planica haben Norwegen, Deutschland und Japan die Medaillen geholt – mehr als drei Nationen können nicht auf dem Podium stehen.“
Zu den TV-Quoten sagt Armbruster: „Vielleicht sind die Quoten nicht so hoch, weil unsere Sendezeiten so schlecht sind. Viele Menschen bekommen gar nicht mit, was für eine coole Sportart wir sind. Die Kombination ist die Königsdisziplin des Winters, weil wir zwei komplett gegensätzliche Sportarten beherrschen.“
Mit guten Leistungen will die Abiturientin aus Freudenstadt helfen, ihre Sportart am Leben zu halten: „Durch meine Erfolge zuletzt ist das Interesse an mir und der Kombination gestiegen. Daran möchte ich anknüpfen. Die nordische Kombination gehört einfach ins Olympiaprogramm.“
Auch Geiger ist von der Attraktivität der Kombination überzeugt: „Wir leben von unseren unglaublich spannenden Rennen mit den Aufholjagden nach dem Springen. Solche Überholmanöver wie bei uns gibt es im Biathlon und Langlauf beispielsweise nicht.“
Im Juni schauen alle nordischen Kombinierer gebannt auf die Entscheidung des IOC. Denn Geiger weiß: „Ohne Olympia-Status ist eine Sportart tot.“

