Final-Entscheidung vertagt! Alba Berlin verpasst den vorzeitigen Einzug ins Endspiel in den Playoffs der Easycredit Basketball-Bundesliga, verliert sein erstes Auswärtsspiel der Best-of-Five-Halbfinalserie bei den BMA 365 Bamberg Baskets mit 73:81. Damit verkürzen die Franken auf 1:2 – alles wieder offen!
Bamberg-Coach Anton Gavel hatte das Motto vor Spielbeginn klar gemacht: „Wir sind ja eigentlich zum Siegen verdammt und wollen die Serie jetzt erst einmal verlängern, um dann zu schauen, wie es weitergeht. Dafür brauchen wir aber eine deutliche Steigerung im Vergleich zur Leistung aus den beiden Spielen in Berlin.“
Und die gelingt auf beeindruckende Art und Weise. Und das, obwohl Ejiofor Onu nicht auflaufen kann. Für ihn darf der unerfahrene Doppellizenz-Spieler Finn Döntgens (Coburg) ran, der in den Playoffs bislang nur 3:05 Minuten auf dem Parkett stand.
Doch das macht den Franken überhaupt nichts aus. Auch dank des Publikums in „Freak City“ ist direkt Pfeffer in der Partie – und davon lässt sich Alba beeindrucken. Zur Halbzeit führen die Hausherren verdient 39:30.
Vor allem, weil Albas Dreierquote im ersten Durchgang richtig mies ist (1 von 13). Albas Justin Bean im Dyn-Halbzeit-Interview: „Es ist ein physischer Kampf. Wir müssen offensiv unseren Rhythmus finden und einen besseren Job machen.“
Pleite in Bamberg: Alba vergeigt ersten Final-Matchball
Bamberg-Boss Philipp Höhne zur Pause zufrieden: „Wir haben genau noch einen Schuss, um die Serie zu verlängern, und bisher liefern wir auch.“
Kurios: Durchgang zwei beginnt direkt mit zwei Freiwürfen für Alba, weil Bamberg-Trainer Gavel sich nach dem Pausenpfiff wohl zu laut bei den Schiris über eine Entscheidung beschwert hatte – technisches Foul, durch das die Berliner auf 31:39 verkürzen können.
Da kochten die Emotionen über: Bamberg-Coach Anton Gavel (r.) muss von seinem erschrockenen Assistenten Arne Woltmann zurückgehalten werden
Doch ruckzuck stellt Bamberg wieder auf +12. Dyn-Kommentator Stefan Koch: „Die zweite Halbzeit beginnt, wie die erste geendet ist.“ Mehr noch: Bamberg zieht auf +17 davon (58:41). Doch plötzlich brechen die Franken ein wenig ein, Berlin verkürzt bis zum Drittelende auf 56:63.
Koch: „Ich weiß nicht, ob bei Bamberg die Kräfte ein wenig nachlassen in dieser Schlussphase des dritten Viertels. Wenn das Spiel so weitergeht, wird es hier noch richtig eng. Denn im Moment sind die Berliner die besseren.“
Aber Bamberg kämpft, hält die Berliner auf Abstand und lässt es nicht mehr richtig eng werden. Beste Werfer: Cobe Williams (20 Punkte) und Ibi Watson (18). Für Alba treffen Justin Bean und Norris Agbakoko am häufigsten (je 14).
Der Pokalsieger erkämpft sich also nach starker Vorstellung Spiel vier. Das steigt am Samstag (18.30 Uhr live bei Dyn) erneut in Bamberg. Das heißt: Der FC Bayern muss noch ein wenig auf seinen Finalgegner warten. Der Titelverteidiger setzte sich am Donnerstag auch in Spiel 3 in Bonn durch und steht vorzeitig im Endspiel.

