Ganz schlechtes Wochenende für den Handball-Krösus.

Rekordmeister THW Kiel leistet sich einen harten Patzer im Meisterkampf der Daikin Handball-Bundesliga, verliert bei der HSG Wetzlar mit 25:27. Umso bitterer, weil es die Chance gewesen wäre, bis auf zwei Punkte an Melsungen ranzukommen. Die MT hatte vorher das Topspiel in Magdeburg 28:29 verloren.

Doch Wetzlar macht das Horror-Wochenende für den THW komplett, der schon vor der Partie schlechte Nachrichten bekommen hatte.

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Nationalspieler Lukas Zerbe hadert nach dem Spiel bei Dyn: „Wir machen zu viele Fehler, verwerfen zu viele einfache Bälle, lassen uns von der Hektik anstecken.“ Die Verletzten lässt er nicht als Entschuldigung gelten: „Das darf keine Entschuldigung sein, wir haben trotzdem immer noch einen guten Kader, wir müssen da anders auftreten.“

Im Tor der HSG erwischt Till Klimpke wieder mal einen seiner berüchtigten Wunder-Tage, hat schon nach rund 40 Minuten 14 (!) Paraden auf dem Konto. Und im Angriff geben die Hessen dem Rekordmeister ordentlich auf die Mappe(s). Beim Stand von 23:19 ist Dominik Mappes mit acht Toren und fünf Vorlagen an 13 von 23 Toren direkt beteiligt. Mappes bei Dyn: „Am Ende einfach schön, diese Punkte mitzunehmen.“

THW-Trainer Filip Jicha reagiert mit einer Old-School-Maßnahmen, stellt für den Wetzlarer Mittelmann Rune Dahmke als Manndecker ab, der Mappes an der Mittellinie bindet. Dyn-Kommentator Florian Naß kann’s kaum glauben: „Dahmke ganz weit raus, ganz weit raus! Der nimmt Mappes raus, in direkte Manndeckung. Das sieht man heutzutage – das wissen alle – ganz, ganz selten.“

Handball-Schock: THW Kiel bangt um Star-Neuzugang Gonzalo Pérez de Vargas

Hilft auch nicht wirklich, Wetzlar nutzt den Platz, der dadurch in der Kieler Abwehr frei wird, zieht auf 24:19 davon (50.). Jicha nimmt die Auszeit, lässt auch Müller in Manndeckung nehmen, will volles Risiko von seinen Stars. Die liefern plötzlich, kommen von 20:25 auf 24:25 ran, auch weil Andreas Wolff da ist. Doch Klimpke hält erst gegen Madsen, dann gegen Johansson, dann gegen Dahmke, steht am Ende bei 17 Paraden. Weltklasse!

Klimpke bei Dyn: „Ich glaube, wir haben in den letzten Jahren immer gezeigt, dass wir ein starker Gegner sind für Kiel, haben fast jedes Jahr ein Spiel gewonnen. Hinten hart und vorne clever, das haben wir gut gemacht.“

Schon vor der Partie hatte der Rekordmeister einen Schock zu verdauen: Torwart Gonzalo Pérez de Vargas (34), Star-Neuzugang für die neue Saison vom FC Barcelona, verletzte sich im Ligaspiel gegen CB Bidasoa-Irún wohl schwer am Knie.

Provokant!: Jubel-Zoff um Nationaltorwart Späth

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THW-Boss Viktor Szilágyi zu SPORT BILD: „Tragisch für Gonzalo, ein Schock. Die Verantwortlichen von Barcelona haben sich am Samstag bereits unmittelbar nach der Verletzung bei uns gemeldet, uns direkt informiert. Wir hatten auch schon mit Gonzalo selbst Kontakt und sind weiterhin im Austausch mit ihm und begleiten den Prozess. Wir warten jetzt erst einmal die finalen Untersuchungen am Montag ab, sind mit Barcelona im sehr guten Austausch.“

Bei Dyn sagt er gegenüber Kommentator Naß in der Halbzeitpause: „Man muss leider aktuell davon ausgehen, dass es sich um einen Kreuzbandriss handelt. Es tut mir für ihn wahnsinnig leid.“

Kiel hat neben Wolff zurzeit auch Tomas Mrkva unter Vertrag, der 36-Jährige wechselt aber zum SC DHfK Leipzig. Samir Bellahcene war schon im November zum TVB Stuttgart abgegeben worden. Gut möglich also, dass der THW jetzt auf dem Torwart-Markt wieder aktiv werden muss.

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