Bis Weihnachten lief es bei den Veolia Towers mies. Hamburgs Basketballer kriegten in der Easycredit BBL einfach keine Konstanz rein. Seit dem Jahreswechsel ist der Knoten geplatzt.

Gegen Schlusslicht BG Göttingen holten die Türme ein ungefährdetes 91:82 (56:41) – und feierten im Anschluss mit ihren Fans den vierten Pflichtspielsieg in Folge. Auch wenn sie die Gäste nach einer 29-Punkte-Führung im Schlussviertel noch mal fahrlässig rankommen ließen.

Für die Göttinger hat dagegen nach der achten Pleite in Folge die Abschiedstournee in der ersten Liga begonnen. Der neue Trainer Mikko Riipinen (37) konnte das Ruder in den ersten drei Partien nicht rumreißen – auch wenn sich der Tabellen-Letzte deutlich verbessert präsentiert.

„Ich bin supper happy mit dem Sieg“, sagte Towers-Trainer Benka Barloschky (37). „Das war kein leichtes Spiel. Göttingen ist in einer sehr, sehr schwierigen Situation. Das führt manchmal auch dazu, dass der Mut der Verzweiflung dazukommt. Und mit dem Trainer-Wechsel war es eine sehr brisante Konstellation für uns.“

Tatsächlich begann die BG begann mit viel Energie. Die Göttinger stellen mit Abstand die schlechteste Defensive der Liga. Doch das Team hat sich ganz offensichtlich vorgenommen, daran etwas zu ändern! So hatten die Gäste auch den besseren Start, führten 14:8 (5.).

Doch dann begannen die Türme, defensiv anzuziehen – und von draußen in den Korb zu treffen. Dennoch war Barloschky nicht zufrieden, mahnte im zweiten Viertel in seiner Auszeit: „Wir sind defensiv immer noch nicht solide genug!“

Seine Spieler setzten es um und bauten den Vorsprung kontinuierlich aus. Mit goldener Hilfe!

BBL: Hamburg Towers: Mitten im Spiel! Kenneth Ogbe sagt Olympiasiegerin „Hallo“!

3×3-Olympiasieger Svenja Brunckhorst (33) saß in der ersten Reihe. Sie ist gerade in Hamburg, weil sie dort mit Nationalspielerin Emily Bessoir (23) ein Basketball-Camp leitet. Kurios: Towers-Profi Kenneth Ogbe (30) machte dann überraschend Bekanntschaft mit Brunckhorst!

Bei einem Rettungsversuche rauschte Ogbe (14 Punkte) in der zum vierten Mal in Folge ausverkauften Halle (3400 Fans) ausgerechnet in SIE hinein. Zum Glück blieben bei dem Zusammenprall heil! „War schön, dass ich einmal ‚Hallo‘ sagen konnte“, grinste Ogbe hinterher. „Ich kannte sie bisher nur aus dem Fernsehen.“ Dann entschwand er, um noch schnell ein Foto mit ihr hinzukriegen.

Bis zur Halbzeit bauten die Towers ihre Führung dank gutem Team-Play bis auf 15 Punkte aus. Die Göttinger Offensive bestand bis dahin praktisch nur aus Deion Hammond (25), der in den ersten 20 Minuten 20 seiner 30 Punkte machte. Bitter für die Veilchen: der nachverpflichtete Marcus Shaver Jr. (26) holte sich in zweieinhalb Minuten vier Fouls ab und saß darum fast nur draußen …

Auch nach der Halbzeit war der Towers-Zug nicht aufzuhalten. Top-Scorer Kur Kuath (26) brachte mit seiner irren Dunking-Show den Inselpark zum Beben. Der Center machte 16 Punkte – die meisten spektakulär durch die Luft. Göttingen hatte im dritten Viertel nichts mehr entgegenzusetzen, lag mit bis zu 29 Punkten hinten (78:47/28.).

Bei den Towers machte U18-3×3-Weltmeister Fabian Giessmann (19) sein bislang bestes Spiel. Nicht zuletzt seinetwegen erarbeiten sich die Hamburger 17 Offensiv-Rebounds.

Als sich Schlendrian einschlich, nahm Barloschky wieder eine Auszeit, mahnte: „Es ist nicht der Moment, verrücktzuspielen. Es ist geht darum umzusetzen, was wir uns vorgenommen haben. Es geht um unsere Standards. Erwartet mehr von euch selbst!“

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Quelle: DYN

Doch er hatte auch seinen Anteil am Spielverlauf. Barloschky ließ die zweite Reihe ran, um die Minuten breiter zu verteilen. Doch vor allem Aufbau-Talent Leif Möller (21) war eiskalt. Trotzdem durfte er knapp sechs Minuten drinbleiben. Der Bruch im Spiel der Towers.

Geht das doch noch was für die Gäste? Göttingen kommt noch mal auf 83:74 ran (36.). Aber dann schickt Barloschky wieder seine Starter rauf – und die bringen das Ding nach Hause.

Ogbe: „Es ist nie einfach, in der BBL ein Spiel zu gewinnen. Deswegen können wir uns auch darüber freuen, aber gleichzeitig auch was daraus lernen. Wir waren bisher nicht oft in der Situation, dass wir mit 20, 30 vorne waren. Das ist uns wahrscheinlich ein bisschen zu Kopf gestiegen. Wenn man so weit vorne ist, ist es schwierig, die Intensität hochzuhalten und wir haben den Flow verloren.“

Dennoch sieht der Coach seine Mannschaft auf einem guten Weg. Barloschky: „Das Selbstverständnis ist gewachsen. Dass die Mannschaft so zusammen war und so gefestigt mit dem Druck umgegangen ist, zeigt schon, dass da in den letzten Wochen auch viel gewachsen ist.“

Teaser-Bild

Foto: BILD

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