Der erste Finalist der Handball-WM steht fest – und der heißt völlig überraschend Kroatien. Der Co-Gastgeber führt Titelanwärter und Europameister Frankreich eine Halbzeit lang in eigener Halle vor, siegt am Ende mit 31:28.
Wir sind raus!: Drama-K.o. gegen Portugal
Die Drama-Könige unter sich: Kroatien schaffte gegen Ungarn (31:30) mit einem Treffer eine Sekunde vor Schluss den Einzug ins Halbfinale. Die Zagreb-Arena flippte völlig aus. Die Franzosen setzten noch einen oben drauf und gewannen 0,3 (!) Sekunden vor Ende gegen Ägypten (34:33). Diesmal wird’s eine kaum für möglich gehaltene klare Kiste.
Kroatien mit Top-Start, führt nach vier Minuten mit 3:1, nach 15 Minuten sogar mit 10:5. Eurosport-Experte Pascal „Pommes“ Hens (44): „Die Franzosen machen gerade das, was die Kroaten wollen, laufen da ein bisschen blind rein und haben noch keine Lösung.“
Irres Halbfinale bei der Handball-WM:
Kroatien führt Frankreich eine Hälfte lang vor
Der favorisierte Europameister direkt in Not. Dazu der ohrenbetäubende Lärm der 15.000 fanatischen Fans in der Zagreb-Arena. PSG-Star Luka Karabatic (36) wusste schon vor Anwurf: „Das Spiel gegen Kroatien wird die Hölle für uns.“
Wie recht er hatte. Nach jeder gelungenen Aktion peitschen die Kroaten-Stars das Publikum an, animieren sie noch lauter zu sein. Eine irre Atmosphäre.
Frankreich komplett eingeschüchtert, bekommt in der ersten Halbzeit kein Bein auf den Boden. Hens über die Kroaten: „Die sind richtig heiß!“
Und unser 2007er-Weltmeister bei 15:7-Führung (!) der Hausherren völlig begeistert: „Was ist denn hier los? Die leicht favorisierten Franzosen sind richtig am Straucheln, aber so richtig.“
Zur Pause ist die Partie praktisch entschieden – plus sieben für den Co-Gastgeber. Damit hätte vorher keiner gerechnet. Frankreich bis dato mit sieben Siegen in sieben WM-Auftritten. Kroatien mit vielen angeschlagenen Profis (Duvnjak, Martinović, Glavas, Srna) auf dem Zahnfleisch.
Kroatien erstmals seit 2009 wieder im WM-Finale
Kroaten-Coach Dagur Sigurdsson (51/führte Deutschland 2016 zum EM-Titel) vor dem Kracher: „Es gibt keinen Spieler, der nicht über kleinere oder größere Verletzungen klagt – Arme, Beine, Muskeln, Waden.“
Doch das ist an diesem Abend egal. Frankreich versucht im zweiten Durchgang nochmal alles. Auch angestachelt durch die Rote Karte gegen Aymeric Minne (32.) kommen sie acht Minuten vor Schluss tatsächlich nochmal auf drei ran.
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Aber die Hypothek aus den ersten 30 Minuten ist einfach zu groß. Dazu ein überragender Dominik Kuzmanovic (22/Gummersbach) im Kasten der Kroaten. Die erstmals seit 2009 wieder in einem WM-Endspiel stehen.
Auf wen sie am Sonntag in Oslo treffen? Entscheidet sich am Freitag (20.30 Uhr) im Duell von Top-Favorit Dänemark und Deutschland-Besieger Portugal.


