Die Niners Chemnitz können wieder strahlen. Mittwoch war der amtierende Europe-Cup-Champion gegen das türkische Team Manisa aus der Champions League (84:87) geflogen – zwei Tage nach der Enttäuschung zeigten sie in der Easycredit Basketball Bundesliga ihr anderes Gesicht.

Gegen den Erzrivalen Veolia Towers Hamburg holten die Niners ein 69:60 (31:23). Der Arbeits-Sieg war der dritte Erfolg in Serie in der Liga! Hinterher wurden die Chemnitzer von den 4726 Fans in der Messe dafür lautstark gefeiert. „Es fühlt sich großartig an“, sagte Top-Scorer Aher Uguak (22 Punkte). „Das sind die besten Fans der Liga. Wir haben viel durchgemacht viel und haben harte Zeiten hinter uns. Sie haben uns immer unterstützt.“

Doch nicht nur ihre Mannschaft – sondern auch Menschen in Nepal!

Die Niners hatten vorher dazu aufgerufen, dass ihre Anhänger (saubere) Zahnbürsten und Zahnpasta-Tuben als Spende zum Spiel mitbringen. Team-Zahnarzt Dr. Matthias Halm reist demnächst in den Himalaya und verteilt sie mit Kollegen direkt vor Ort an Menschen in abgelegenen Bergdörfern. Sauber!

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Zwischen den Towers und den Niners ging es dagegen in den letzten Jahren auf dem Feld oft dreckig zur Sache. Spätestens seit die Hanseaten den Sachsen 2019 den Aufstieg in die erste Liga wegschnappten, knallt es regelmäßig.

Diesmal ging die Energie jedoch vor allem in zähe Abwehrarbeit. „Es war ein gutes defensives Spiel. Nichts war einfach“, sagte Uguak.

Die Niners mussten auf ihren Kapitän und Ex-Tower DeAndre Lansdowne (35/Hexenschuss) verzichten. Bei den Türmen meldete sich der Ex-Niner Niklas Wimberg (28/Rippenprellung) ab. Weil noch dazu Benedikt Turudic (27/Bandscheibe) und Zsombor Maronka (22/Fuß) passen mussten, war Center Kur Kuath (26) der letzte etatmäßige „Große“ im Team. Der Mann aus dem Südsudan war mit 16 Punkten und 12 Rebounds mal wieder der herausragende Akteur – dafür knirschte es in der Offensive.

Die Hamburger trafen erneut den Korb nicht (nur 32 % Feldwurf-Quote). Zudem entwickelt sich Aufbauspieler Brae Ivey (28) mit sieben Ballverlusten immer mehr zum Flutschfinger.

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Quelle: DYN

Kurios: Weil der Weg vom Spielfeld in die Kabine in der Messe Chemnitz so weit ist, blieben die Hamburger in der Halbzeit im Innenraum. „Das haben wir letztes Jahr bei den Bayern gesehen, die haben das auch gemacht“, erklärte Trainer Benka Barloschky (37). Doch auch dieser Trick nützte nichts. Nach zuletzt zwei Siegen gab’s den nächsten Rückschlag.

„Wir haben über große Strecken richtig gut verteidigt, gut gerebounded“, seufzte Nationalspieler Kenneth Ogbe (30) hinterher bei Dyn. „Aber wir haben vorne nicht den Rhythmus gefunden. Chemnitz ist ein unglaublich physisches Team, die Defense ist sehr unangenehm. Wir haben offensiv gestruggeled.“

Ogbe total frustriert: „Dieses Wort Potenzial hasse ich mittlerweile. Wir haben die Teile. Wir müssen weiter daran arbeiten, dass es irgendwann irgendwie auch alles zusammen funktioniert. Wir sind auf einem guten Weg dahin. Aber es ist jetzt nicht mehr so viel Zeit.“

Teaser-Bild

Foto: BILD

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