Der Papa hatte (lange) Pause!
Ohne Weltklasse-Torwart Andreas Wolff (33) gewann die deutsche Handball-Nationalmannschaft den vorletzten WM-Test gegen Brasilien. 32:25 (13:13) vor 5569 Zuschauern in Flensburg. Wolff war am Vormittag erstmals Vater geworden, Freundin Samira brachte im 80 Kilometer entfernten Kiel gesunden Nachwuchs zur Welt.
Wolff hatte am Montag zu BILD gesagt: „Wir freuen uns sehr. Um meiner Familie die notwendige Ruhe zu ermöglichen und mir die Möglichkeit zu geben, den Fokus aus Familie und Sport zu erhalten, bitten wir unsere Privatsphäre zu respektieren.“
Andreas Wolff (l., mit Torwart-Trainer Mattias Andersson) wärmte sich in Flensburg mit auf, saß dann aber auf der Bank
Bundestrainer Alfred Gíslason (65) stellte seiner „Nummer 1 A“ nach der Geburt frei, am Spiel teilzunehmen. Wolff war auf Wolke 7 – kam zur Mannschaft und unterstützte die Kollegen emotional von der Bank. Für Papa Andi übernahm Joel Birlehm (27/Hannover-Burgdorf) die Rolle als Back-up hinter U21-Weltmeister David Späth (22/Rhein-Neckar Löwen).
Gíslason: „Ursprünglich wollte Andi spielen. Ich denke aber, er hat es genossen, zuzuschauen. Es war ein emotionaler Tag für Andi, ich freue mich für ihn.“
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Sechs Tage vor dem WM-Auftakt gegen Polen (15.1.) war überraschend viel Sand im Getriebe. Weiß auch Gíslason. So reicht das nicht für ein erfolgreiches Turnier.
WM-Test gegen Brasilien: Baby-Sieg für Papa Wolff!
Die Mannschaft um Kapitän Johannes Golla (27/Flensburg) präsentierte sich gerade zu Beginn „sehr Bewegung-faul“, wie der Kieler Linksaußen Rune Dahmke (31) bemängelte.
Knapp fünf Monate nach der olympischen Silbermedaille leistete sich die DHB-Auswahl (mit 13 Olympia-Teilnehmern) zu viele technische Fehler und Fehlwürfe. „Wir haben in der Abwehr keinen Zugriff, laufen zu wenig“, haderte Gíslason, der viel durchwechselte.
Nach der Pause wurde es – mit neuem Personal – besser gegen die Südamerikaner. Der Ball lief schneller, die Spieler auch. Ohne, dass die deutsche Auswahl vollends überzeugte. Beim 18:16 (39.) erstmals eine 2-Tore-Führung – Spiel gedreht.
„Ich finde, es war insgesamt ein guter erster Test“, erklärt Julian Köster (24/Gummersbach). „Es hat noch nicht alles gestimmt. Das heißt, wir nehmen ein paar Aufgaben mit aus diesem Spiel, über die wir jetzt sprechen können.“
Überschattet würde die Partie von der schweren Verletzung von Hugo Bryan Monte (21). Der Brasilianer knickte in der 41. Minute um, verletzte sich am rechten Bein schwer – WM-Aus.

Vor der Abfahrt am Montag (13.1.) nach Dänemark steht am Samstag in der mit rund 11.000 Zuschauern ausverkauften Barclays Arena in Hamburg der finale WM-Test an – erneut gegen Brasilien (16.20 Uhr, ZDF.de und Sportstudio.de). Dann auch mit Papa Andreas Wolff.


