Diese Reaktion hat es in sich.
Fußball-Raubein Leonardo Bonucci nimmt selten ein Blatt vor den Mund. Das kam in seiner langen, erfolgreichen Karriere nicht bei jedem Teamkollegen gut an. So erklärte Barça-Torhüter Wojciech Szczesny zuletzt, dass er sich in der Kabine immer Kopfhörer aufgesetzt hatte, um sich die Ansprachen des Italieners nicht anhören zu müssen.
Jetzt kontert Bonucci.
Der Abwehrstar, der im Sommer seine Fußballschuhe an den Nagel gehängt hatte, sagte im Interview mit „Gazzetta dello Sport“: „Ich war überrascht und enttäuscht über die Scheiße, die er erzählt hat.“
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Dann folgte der verbale Gegenschlag: „Als ich sprach, war Szczesny nicht da, er hat sich im Badezimmer eingeschlossen. Ich werde hier nicht sagen, was er dort getan hat, aber er hat ja selbst bereits darüber gesprochen.“
Was Bonucci damit meint: Der polnische Schlussmann ist leidenschaftlicher Raucher. Die Glimmstängel lässt er auch an Spieltagen nicht weg – sogar in der Kabine dampft er. Und offenbar auch auf der Toilette vor Spielen …
Bonucci weiter über den jetzigen Barça-Keeper, mit dem er von 2018 bis 2023 gemeinsam bei Juventus Turin spielte: „Er hat es gesagt, als er mit dem Fußball schon aufgehört hatte und dann zurückkam (Szczesny kam für Barça aus dem Ruhestand zurück, Anm.d. Red.). Vielleicht war er verwirrt von dem Mist, den er gesagt hat.“

Trainer Massimiliano Allegri (57) ist seit 2021 ohne Verein
Doch auch Bonucci ist kein Kind von Traurigkeit. 2017 flog er bei Juve raus. Der Grund: ein handfester Ausraster in der Kabine. Der Italiener gestand einen Zoff mit dem damaligen Turin-Trainer Massimiliano Allegri. Während eines Spiels kam es zum Streit zwischen den beiden. „Marchisio kam gerade von einer Kreuzbandverletzung zurück, nach 60 Minuten konnte er nicht mehr“, leitete Bonucci ein. Er signalisierte Allegri, dass er wechseln solle. Der reagierte aber nicht. Fünf Minuten später tauschte der Trainer – aber nicht Marchisio. Bonucci reagiert mit Unmut und einer Geste Richtung Allegri. Das ließ sich der Trainer nicht gefallen. „Er hat gesagt, ich soll mich verpissen. ‚Denk‘ lieber darüber nach, wie du spielst, Arschloch‘, oder so ähnlich“, erinnerte sich der Italiener zurück.
Das wollte Bonucci nach der Partie persönlich mit seinem Trainer klären, stürmte wutentbrannt in die Katakomben auf der Suche nach Allegri. Das endete in einem wilden Handgemenge: „Nach dem Spiel lief ich Landucci (Marco, damaliger Co-Trainer von Allegri, Anm.d.Red.) in die Arme, er versuchte mich noch aufzuhalten. Ich stieß ihn gegen die Tür und rannte in die Umkleidekabine. Wir haben uns gegenseitig angegriffen, bis sie uns getrennt haben.“
Es war sein vorläufiges Ende bei Juve: „Er wollte mich aus dem Kader entfernen. Bei dem Versuch, zu vermitteln, sagte mir der Vorstand, dass ich unverzichtbar sei und dass der Vertrag des Trainers auslaufe, aber vor dem Finale gegen Madrid (Champions League 2017) verlängerten sie ihn. Es kam heraus, dass ich in der Umkleidekabine Mist gebaut hatte.“
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Nach der Saison wechselte er zum AC Mailand, kehrte im Sommer 2018 aber nach nur einem Jahr wieder zurück – und wurde der Teamkollege von Szczesny. 2024 zog es ihn sogar zu Union Berlin in die Bundesliga. Ein Missverständnis, das nur ein halbes Jahr lang halten sollte. Es ging weiter in die Türkei zu Fenerbahce. Im vergangenen Sommer folgte das Karriereende.


