Kurz vor dem deutschen WM-Auftakt gegen Curaçao sorgt die Torwart-Frage weiter für Diskussionen. Jetzt legt Stefan Effenberg (57) nach – und kritisiert die Situation um Manuel Neuer (40) und Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) scharf.
In seiner Kolumne für „t-online“ bezeichnet der SPORT1-Experte das Torwart-Thema sogar als größte Baustelle der deutschen Mannschaft. „Kürzlich fragte mich jemand in einem Gespräch, wo ich denn die größte Baustelle in der deutschen Mannschaft sehen würde. Ich antwortete: im Tor“, schreibt Effenberg.
Vor allem die monatelangen Spekulationen um Neuers Rückkehr kann der frühere Nationalspieler nicht nachvollziehen. „Man muss sich das doch nur mal vorstellen: die endlosen Diskussionen und Spekulationen, das endlose Hin und Her um das Comeback von Manuel Neuer in den vergangenen Wochen und Monaten.“
Neuer: Comeback gegen Curaçao?
Noch immer ist nicht klar, ob Neuer beim WM-Auftakt tatsächlich zwischen den Pfosten stehen wird. Der Bayern-Keeper hatte sich zum Saisonende verletzt und zuletzt vor rund einem Monat ein Pflichtspiel bestritten. Zwar trainiert er inzwischen wieder mit der Mannschaft, eine offizielle Entscheidung steht aber weiter aus.
Steht er gegen Curaçao zwischen den Pfosten? Manuel Neuer (40)
Für Effenberg ein unhaltbarer Zustand. „So eine lange Unklarheit darfst du dir bei einer Weltmeisterschaft nicht leisten“, schreibt er. Besonders leidet aus seiner Sicht Oliver Baumann (36) unter der Situation. Der Hoffenheimer hatte nach Neuers Verletzung die Rolle als Nummer eins übernommen und in den Testspielen überzeugt. Trotzdem wartet Nagelsmann bis zuletzt auf ein mögliches Neuer-Comeback.
Wird Neuer sein Comeback bereuen?
Effenberg: „Dass er jetzt in den letzten Tests einspringen musste, auch noch wie üblich gut gehalten hat, der Bundestrainer aber trotzdem – wenn nötig – bis zur allerletzten Sekunde warten will, ob Neuer nicht doch noch fit wird, ist der Gipfel.“
Und weiter: „Das haben Nagelsmann und Neuer selbst zu verantworten. Sie tragen die Verantwortung. Deutschland nimmt tatsächlich eine Baustelle mit in eine Fußball-WM. Und das kann und darf nicht sein. Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln.“
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Auch für Neuer selbst sieht Effenberg Risiken. Mit Blick auf die späten Comebacks von Altstars wie Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi warnt er davor, dass nach dem Turnier womöglich gesagt werden könnte: „Hätte er das mal lieber gelassen.“
Für Effenberg steht fest: Wer dieses Risiko eingeht, muss am Ende auch mit den Konsequenzen leben. Was das aber für Konsequenzen für das deutsche Abschneiden hat, ist unklar.


