TTS-Player überspringenContinue reading article

Die neuen WM-Regeln sollten für mehr Spielfluss sorgen. Doch für Ex-Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich (47) ist die erste Bilanz ernüchternd.

Der frühere DFB-Referee und heutige MagentaTV-Experte hält die Maßnahmen gegen Zeitspiel bislang für wirkungslos. „Die Nettospielzeit bei Südkorea gegen Tschechien lag bei 51 Minuten. 55 Minuten waren es bei Kanada gegen Bosnien-Herzegowina. Wir wollen Richtung 60, 63 gehen. Aber bis jetzt bringt das gar nichts“, sagte Ittrich im „Breakfast Club“ (jeden Morgen um 7 Uhr bei Magenta).

Bei der WM setzt die Fifa auf mehrere Neuerungen. Unter anderem gibt es Countdowns bei Standardsituationen und klare Zeitvorgaben für Spielerwechsel. Ziel ist es, die Nettospielzeit deutlich zu erhöhen.

Neue Regel bei WM: Video-Beweis entlarvt dreiste Schwalbe

Quelle: Magenta Sport

Ex-Schiri Ittrich: „Absoluter Prozessfehler“

Doch Ittrich sieht noch ein weiteres Problem: die umstrittene VAR-Entscheidung beim 4:1 der USA gegen Paraguay. Dort hatte Schiedsrichter Danny Makkelie zunächst ein Foul von US-Verteidiger Tim Ream gepfiffen und Gelb gezeigt. Nach einem VAR-Eingriff wurde die Entscheidung jedoch zurückgenommen. Die TV-Bilder zeigten, dass Paraguays Miguel Almirón ohne Kontakt zu Boden gegangen war und eine Schwalbe begangen hatte. Ream wurde die Verwarnung gestrichen, stattdessen sah Almirón Gelb wegen einer Schwalbe.

Für Ittrich ein fragwürdiger Vorgang. „Für mich liegt hier ein absoluter Prozessfehler vor“, sagte der frühere Bundesliga-Schiedsrichter.

Patrick Ittrich (47)

Foto: Soeren Stache/dpa

Seine Kritik richtet sich vor allem gegen den Ablauf. „Eine Überprüfung findet immer vor der Spielfortsetzung statt.“ Genau das sei hier nicht passiert. „Normalerweise kannst du nach einer Spielfortsetzung beim VAR-Protokoll gar nicht mehr angreifen. Der Prozess war komplett schlecht. Die Überprüfung muss vor der Spielfortsetzung stattfinden.“

Ob die Fifa die Situation ähnlich bewertet, bleibt abzuwarten. Die Szene löste unmittelbar nach dem Spiel eine Debatte über die neue Regel aus.

ttn-36