Die Handball-Welt schaut am Donnerstag auf München! Im traditionsreichen Hofbräuhaus werden die acht Vierer-Gruppen für die Heim-WM 2027 (13. bis 31. Januar) ausgelost. 20 Jahre nach dem deutschen Wintermärchen von 2007 startet damit offiziell die Mission Titel-Coup vor eigenem Publikum. Nach Olympia-Silber 2024 und Vize-Europameistertitel 2026 geht Deutschland als einer der Mit-Favoriten ins Rennen – doch dem Gastgeber droht eine extrem schwierige Gruppe …
Deutschland ist als Gruppenkopf gesetzt, dazu Italien, Kroatien, Frankreich, Schweden, Portugal, Dänemark und Island. Ausschlusskriterien gibt es nicht. Damit sind echte Hammer-Gruppen möglich. So könnte die DHB-Auswahl beispielsweise auf Spanien, Polen und Katar treffen. Austragungsorte sind München, Stuttgart, Kiel, Magdeburg, Hannover und Köln. Das Eröffnungsspiel steigt in München, das Finale in Köln. Auch der weitere Turnierverlauf hat es in sich: Läuft alles nach Plan, würde Deutschland im Viertelfinale auf Schweden oder Portugal treffen. Im Halbfinale könnten Kroatien, Frankreich oder Island warten. Immerhin: Top-Favorit Dänemark (Olympiasieger, Welt- und Europameister) wäre erst im Finale ein möglicher Gegner.
Auslosung zur Heim-WM: Handball-Boss Moustafa schwänzt WM-Auslosung!
Brisant: Nach SPORT BILD-Informationen wird ausgerechnet IHF-Präsident Hassan Moustafa (81) bei der Auslosung fehlen. Das wurde auf SPORT BILD-Nachfrage vom Deutschen Handballbund (DHB) bestätigt. Der Boss des Weltverbandes hat seine Reise nach München wegen anderer Termine abgesagt. Ein kurioses Signal! Man stelle sich vor, Fifa-Präsident Gianni Infantino (55) würde einer WM-Auslosung, dem öffentlichkeitswirksamen Höhepunkt eines Verbands, fernbleiben – kaum vorstellbar.
Der Ägypter Dr. Hassan Moustafa (81) ist seit November 2000 Präsident der Internationalen Handballföderation (IHF)
Zurück zu Moustafa: Die Absage des IHF-Präsidenten kommt nicht ganz überraschend. Ist Moustafa noch sauer auf den DHB? Rückblick: Der Deutsche Handballbund hatte bei der IHF-Präsidentschaftswahl im vergangenen Dezember mit Dr. Gerd Butzeck (66) einen Gegenkandidaten ins Rennen geschickt. Sehr zum Missfallen von Moustafa, der die Wahl in Kairo dennoch gewann. Der Ägypter erhielt bereits im ersten Wahlgang 129 Stimmen (73,3 Prozent), Butzeck nur 20 Stimmen. Danach übte der DHB deutliche Kritik am Wahlprozess. Präsident Andreas Michelmann sprach von einem „nicht fairen Verfahren“ und einer „Farce“. Dass die damaligen Verstimmungen bei Moustafas München-Absage eine Rolle spielen, gilt als wahrscheinlich. Fest steht: Die Auslosung steigt ohne den mächtigsten Mann des Welthandballs. Für den deutschen Handball könnte sie trotzdem schmerzhaft werden.

