Was für ein Beben in Paris! Jetzt hat es auch Novak Djokovic (39) erwischt. Die serbische Tennis-Ikone scheitert bei den French Open sensationell in der 3. Runde – und das nach komfortabler 2:0-Satzführung! Gegen das brasilianische Wunderkind Joao Fonseca (19) verliert Djokovic nach fast fünf Stunden Spielzeit mit 6:4, 6:4, 3:6, 5:7, 5:7. Nach 4:53 Stunden verwandelt Fonseca mit drei Assen in Serie seinen Matchball – der Court Philippe Chatrier tobt. Damit steht fest: In Roland Garros wird es in diesem Jahr definitiv einen neuen Grand-Slam-Sieger geben. Keiner der verbliebenen Spieler hat bislang einen Major-Titel gewonnen.
Djokovic, die Nummer 4 der Welt, raus! Damit ist von den Top 5 nur noch Zverev im Rennen. Die Nummer 1, Jannik Sinner (24/Italien), erwischte es in der 2. Runde, ebenfalls nach 2:0-Satzführung gegen den Argentinier Juan Manuel Cerundolo (24). Ihn überkam ein Hitzeschock. Die Nummer 2, Carlos Alcaraz (23/Spanien), musste wegen einer Handverletzung absagen und war gar nicht erst in Paris. Die Nummer 5, Ben Shelton (23/USA), vergeigte auch in der 2. Runde gegen den belgischen Außenseiter Raphael Collignon (24).
Joao Fonseca (19) ist bereits die Nummer 30 der Welt
Djokovic stand die Tür zu seinem 25. Grand-Slam-Titel so weit offen, wie seit fast drei Jahren nicht mehr. 2023 bei den US Open war er der letzte Spieler, der ein Major gewann und nicht Sinner oder Alcaraz hieß. Erst am übernächsten Sonntag geht diese Serie nun zu Ende. Zum letzten Mal in der 3. Runde eines Grand Slams auszuscheiden, passierte der Rekord-Nummer-1 bei den US Open 2024. In Paris war zum letzten Mal 2009 so früh Schluss, als er gegen Philipp Kohlschreiber (42) rausflog.
Fonseca kontert Djokovic aus
Der 24-malige Grand-Slam-Champion sieht gegen Fonseca wie der sichere Sieger aus. Je ein Break in den ersten beiden Sätzen reicht. Er zeigt sein starkes Tennis immer in den richtigen Momenten. Fonseca fehlt schlicht die Erfahrung für wichtige Punkte. Es liegt eine erdrückende Schwüle über dem Stadion, in dem beide Spieler immer wieder frenetisch angefeuert werden.
Novak Djokovic vergräbt sein Gesicht immer wieder unter einem Handtuch
Die Bedingungen scheinen dem Altmeister mit zunehmender Spielzeit dann deutlich mehr Probleme zu bereiten als seinem jungen Widersacher. Der kämpft sich immer verbissener in die Partie, sodass es ihm tatsächlich gelingt, die beiden nächsten Sätze für sich zu entscheiden. Im fünften Durchgang hat dann Djokovic zunächst das Momentum auf seiner Seite, führt 3:1, muss aber schon mächtig schnaufen. Fonseca kontert, hält die Partie lange offen.
Trotz der Dramatik wirkt die Partie lange fast gelöst. Immer wieder huscht Djokovic ein Lächeln übers Gesicht, während Fonseca jeden gewonnenen Ball frenetisch bejubelt. Die Stimmung auf den Rängen kocht, die Zuschauer treiben beide Spieler lautstark nach vorn – kaum jemand sitzt noch. Beim Stand von 5:5 kippt das Match endgültig. Der Außenseiter schnappt sich Djokovics Aufschlag – ein Stich ins Herz des Favoriten. Kurz darauf ist die Sensation perfekt. Fonseca reißt die Arme hoch, Paris explodiert – und für den 19-Jährigen beginnt der Traum vom ganz großen Coup erst richtig.

