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Eine Rakete schlug nur 100 Meter vom Haus ihrer Eltern entfernt ein – doch Marta Kostyuk (23) trat trotzdem an. Die ukrainische Tennisspielerin gewann in der 1. Runde der French Open gegen die Spanierin Oksana Selekhmeteva (23) 6:2, 6:3. Beim Interview danach brach sie in Tränen aus.

Die Nummer 15 der Welt: „Ich bin heute unglaublich stolz auf mich. Ich glaube, es war eines der schwierigsten Matches meiner Karriere. Heute Morgen zerstörte eine Rakete, nur 100 Meter vom Haus meiner Eltern entfernt, ein Gebäude. Es war ein sehr schwieriger Morgen für mich.“

Tränen auf dem Platz

Die Zuschauer applaudierten, als sie sahen, wie nahe der Ukrainerin die Ereignisse in ihrer Heimatstadt Kiew gingen. Die Tränen flossen. „Ich wusste nicht, wie ich das Match spielen sollte, wie ich in der Lage sein würde, meine Emotionen oder meine Gedanken zu kontrollieren. Ich habe viel geweint heute früh. Alle meine Gedanken und mein ganzes Herz gehören den Menschen in der Ukraine“, sagte sie und schob den Gruß ihres Landes hinterher: „Slava Ukraina“, „Ruhm der Ukraine“.

Ihrer Gegnerin gab Kostyuk nach dem Match nicht die Hand. Der Grund: Selekhmeteva bekam erst vor wenigen Tagen die spanische Staatsbürgerschaft – bis dahin war sie Russin.

Kein Handschlag mit (Ex-)Russen

Die ukrainischen Profis haben sich dazu entschlossen, den Handschlag zu verweigern, solange russische und belarussische Spieler nicht klar und deutlich den Krieg gegen die Ukraine verurteilen. Das tun sie aber nicht, weil sie Repressalien für die Angehörigen fürchten, die noch in Russland leben.

Auf der Pressekonferenz zeigte Kostyuk ein Foto auf dem Handy mit der zerstörten Umgebung ihres Elternhauses. „Das ist, was ich um 8 Uhr erhalten habe. Mir war schlichtweg übel bei dem Gedanken: Wäre es nur 100 Meter näher gewesen, hätte ich jetzt wahrscheinlich weder eine Mutter noch eine Schwester mehr“, sagte sie.

Kostyuk auf der Pressekonferenz

„Ich bin froh, dass alle noch leben. Meine Mutter, meine Schwester und die Schwester meiner Großmutter waren im Haus.“ So unmittelbar vom Krieg getroffen wie an diesem Sonntag fühlte sich die Tennisspielerin noch nie. „Jetzt habe ich das Gefühl, dass der Krieg meinem Haus so nah gekommen ist wie noch nie zuvor. Genau das macht die Situation wohl am emotionalsten. Natürlich gibt es bessere und schlechtere Tage, aber ja, dieser hier gehörte, da bin ich mir sicher, definitiv zu den drei schlimmsten“, so Kostyuk.

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