Seit fast zwei Jahren wird dieser Klub der Daikin Handball-Bundesliga von internen Querelen beherrscht und erschüttert. Jetzt haben der ThSV Eisenach, sein Stammverein ThSV Eisenach e.V. und die, den Profi-Betrieb in der Bundesliga organisierende, ThSV Marketing GmbH die nächste Eskalationsstufe erklommen.
Mitglieder von Handball-Klub gehen auf die Barrikaden
Sonntagvormittag erschien auf der Internet-Plattform weact.campact.de ein „offener Brief an das Präsidium des ThSV Eisenach e.V.“ online, inklusive einer Unterschriften-Sammlung. 100 Signaturen sind als Ziel angegeben, gegen 12.30 Uhr waren 30 Prozent dessen bereits erreicht. Initiiert wurde die Petition von einer Gruppe, die sich selbst „ThSV ImHerzen“ nennt. Der Wortlaut des offenen Briefs offenbart, was die Mitglieder des Klubs aus Thüringen in Sorge versetzt.
In dem Brief steht unter anderem: „Mit großer Aufmerksamkeit und wachsender Besorgnis verfolgen wir als Mitglieder des ThSV Eisenach e.V. seit geraumer Zeit Berichte und Diskussionen über mögliche Zahlungsschwierigkeiten bzw. eine unzureichende Zahlungsmoral im Umfeld der ThSV Marketing GmbH. Diese Themen stehen nicht erst seit Kurzem im Raum, sondern halten sich nach unserer Wahrnehmung bereits seit rund zwei Jahren hartnäckig.“
Und weiter: „Was viele von uns zusätzlich irritiert: Während nach außen der Anspruch eines stabil geführten Bundesligastandorts vertreten wird, entstehen nach innen und im Umfeld zunehmend Zweifel, ob Anspruch und Wirklichkeit noch zusammenpassen. Zwei Jahre anhaltende Gerüchte und Berichte lassen sich nicht mehr einfach aussitzen. Gerade deshalb erwarten wir in der aktuellen Situation eine klare, transparente und zeitnahe Kommunikation.“ Die Urheber des Briefs und die Unterzeichner der Petition wollen Antworten, vor allem vom Vereins-Vorstand um Shpetim Alaj (Präsident) und Peter Krauß (Vizepräsident). Vier brisante Kernfragen lauten:
Könnt ihr die im Raum stehenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten bestätigen oder entkräften?
Stehen etwaige wirtschaftliche Schwierigkeiten im unmittelbaren Zusammenhang mit den berichteten ausbleibenden Zahlungen der ThSV Marketing GmbH?
Sofern ein solcher Zusammenhang besteht: Aus welchen Gründen werden die rechtlichen Möglichkeiten des Vereins als Mehrheitsgesellschafter der Marketing GmbH derzeit nicht konsequent genutzt, um die Situation zu klären bzw. zu beheben?
Bestehen aktuell finanzielle Verpflichtungen, die nicht fristgerecht erfüllt wurden und geeignet sind, das Leitbild sowie die Reputation des ThSV Eisenach nachhaltig zu beschädigen?
In einem der Schlusssätze steht: „Als Mitglieder tragen wir den Verein ideell und emotional. Im Gegenzug erwarten wir Transparenz, Verantwortungsbewusstsein und einen ehrlichen Umgang mit der aktuellen Situation.“ Die Unterschriften-Sammlung endet am 17. Mai. Die Initiatoren betonen ausdrücklich: „Ziel ist es, dem Anliegen der Mitglieder und Unterstützer in gebündelter Form Nachdruck zu verleihen und eine klare Grundlage für eine zeitnahe und verbindliche Stellungnahme im Rahmen einer Mitgliederversammlung zu schaffen.“ Der ThSV Eisenach dürfte intern erst zur Ruhe kommen, wenn es auf viele Fragen der Wahrheit entsprechende Antworten gegeben hat.

