Gestatten, Ole Book (40)! Dass Dortmunds neuer Sportdirektor nur mit dem zweiten Teil seines Doppel-Vornamens angesprochen werden will, hatte er bereits bei seiner Vorstellung klargemacht: „Den Nils habe ich vor über 30 Jahren abgeschafft.“ Welcher Typ sich genau hinter Book verbirgt, war bislang höchstens im 13.000-Einwohner-Städtchen Spiesen-Elversberg bekannt, nicht aber in der großen Fußballwelt. SPORT BILD erklärt den Nachfolger von Sebastian Kehl (46) in allen Einzelheiten!
Seine Karriere: Book kommt aus Beckum, nur rund 45 Autominuten von Dortmund entfernt, wuchs als BVB-Fan auf. In Ahlen wurde er Profi, kickte als zentraler Mittelfeldspieler zusammen mit Marco Reus (36) und Kevin Großkreutz (37). Bei Wehen Wiesbaden später u.a. mit Nationalspieler Robert Andrich (31). Und er durchlief die U-Teams des DFB. In Elversberg arbeitete er sich vom Scout bis zum Sportvorstand auf. Zwischenzeitlich hatte er auch mit Schalke und Gladbach verhandelt.
Books Markenzeichen: Der Manager trägt meist weiße Sneaker, achtet auf professionelle und schicke Kleidung
Sein Auftreten: Nach außen wirkt Book sympathisch, eloquent und smart. Hinter den Kulissen gilt er als knallharter Verhandler, der selbst um Mini-Beträge feilscht. Seine Markenzeichen: Book trägt meist Anzug und weiße Sneaker, im Sommer setzt er die Sonnenbrille nur selten ab.
Sein Privatleben: Book ist Familienvater. Jahrelang pendelte er zwischen seinem Haus in Beckum und einer Wohnung in St. Ingbert, kokettiert jetzt mit einer Zweitwohnung in Dortmund. In den sozialen Netzwerken ist er nicht aktiv, hält sein Privatleben aus der Öffentlichkeit fern.
Seine Prinzipien: Book ist (wie übrigens auch BVB-Trainer Kovac) Frühaufsteher, führt Berater-Telefonate häufig schon vor 6 Uhr morgens! Und er ist ein Fitnessfreak: Der austrainierte Book betreibt intensiv Kraft- und Laufsport, nutzt im Trainingslager auch gerne mal das Spieler-Gym.

Book (l.) mit Kumpel und Kollege David Blacha (35)
Seine Arbeitsweise: Book soll bis zur 5. Liga hinunter fast jeden Spieler kennen. Sein Netzwerk begeisterte auch die BVB-Bosse. Fleiß ist eines seiner wichtigsten Attribute. Motto in der Kommunikation mit den Spielern: Man solle das Privileg, Profi zu sein, genießen und in jeder Einheit Verbesserungen erzielen, dann käme der Rest von allein. Book kann aber auch durchgreifen, stellte beispielsweise Kult-Co-Trainer Rudi Thomes (57) frei, um einen neuen Weg einzuschlagen. In Elversberg arbeitete Book mit zwei Mitarbeitern im fünften Stock eines Bürogebäudes, in dem u.a. auch ein Architektenbüro, eine Arztpraxis und ein Restaurant untergebracht waren. In Dortmund bezieht er das Kehl-Büro im dritten Stock.
Sein Vertrauter: Ex-Profi David Blacha (35) war in Elversberg seine rechte Hand und nun verantwortlich für den Sport. Stürmer Younes Ebnoutalib (22/jetzt Frankfurt) scouten beide bis zu 7-mal beim FC Gießen. Blacha (kommt aus Wickede) könnte beim BVB künftig ein heißes Thema werden, nach BamS-Infos haben sich die Klubs aber darauf verständigt, frühestens im Sommer Gespräche aufzunehmen. Mit Ex-Trainer Horst Steffen (57) erzielte Book große Erfolge, rund um dessen Wechsel nach Bremen soll es zwischen beiden aber leicht geknirscht haben.

